Gott und die Welt. Religion macht Geschichte

Spielplatz 19 © Zeichnung: Friedrich Karl Waechter, Verlag der Autoren 2006

Seit dem 1. September 2016 können Jugendliche zum 25. Mal in Archiven, in ihrer unmittelbaren Umgebung oder im Kontakt mit Zeitzeugen auf Spurensuche gehen und bis zum 28. Februar 2017 ihren Beitrag als Text, als multi/mediale Präsentation oder Installation einreichen. Über die Körber-Stiftung hat sich ein Netzwerk der Bundesländer bis zu einzelnen Schulen etabliert, das auf allen Ebenen die Teilnehmer*innen mit Informationen im Web, Broschüren und mit Tutor*innen unterstützt. Diesmal geht es in dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten um Glaube, Religion und Kirche mit ihren biografischen und gesellschaftlichen Dimensionen. Auch auf dem Kinder- und Jugendtheater werden diese Themen als Teil der jugendlichen Welt verhandelt. Deshalb hat das Kinder- und Jugendtheaterzentrum eine Quellensammlung mit konkreten Beispielen vorgelegt.

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016

Der Blick auf und hinter die Bühne erscheint im ersten Moment als wenig authentische, weil durch die künstlerische Umsetzung nur mittelbare Erfahrung. Bei genauerer Betrachtung sind aber nicht nur die scheinbar ursprünglichen Quellen ebenfalls von interessengeleiteten Menschen beeinflusst, sondern Autor*innen und Theater haben sich zumeist kritisch mit den jeweiligen Fragestellungen befasst. Schriftsteller*innen und Ensembles sind Expert*innen der als Stück bzw. Inszenierung vorgestellten Themen. Geschichte wird im Kinder- und Jugendtheater konsequent aus der Perspektive des Zielpublikums betrachtet; deshalb eignen sich die Fragestellungen besonders als Einstieg zur eigenen Themenfindung. Nicht nur auf der Jugendbühne, sondern im Theater allgemein erzählen Geschichten Geschichte. Aus einer kritischen Betrachtung der Konstruktion dieser Geschichten kann sich eine reflektierte Haltung gegenüber historischen 'Tatsachen' entwickeln. Schließlich kann über den Zeitpunkt der Neuerscheinung eines Stückes, über die Platzierung einer Inszenierung im Spielplan und über die Reaktionen der Jugendlichen und der beteiligten Öffentlichkeit nachgedacht und die Wirkung des Themas im gesellschaftlichen Kontext analysiert werden.

Ideenreiche Quellensammlung zu Glaube, Religion und Kirche

Das Buch von allen Dingen © Wiebke Jakobs, Junges Schauspielhaus Hamburg 2009

Das Kinder- und Jugendtheater fasst die unterschiedlichen Akzente jeweils in einem überschaubaren Mikrokosmos zusammen. Die Beispiele der Quellensammlung thematisieren Glaubenfragen im Alltag ebenso wie im historischen oder sozialen Bezugsrahmen: Glaube, Schöpfung, Himmel und Erde, Gut und Böse, Reformation im 15. Jahrhundert, Ausgrenzung im 17. Jahrhundert, Nationalsozialismus und Holocaust, Kinder und Krieg, Religion und Homophobie, Kirche und Sexualität, Religiöse Figuren, Religion und Kirche. Der Focus kann auf einem Stück, einer Inszenierung oder einer Theatergruppe liegen. Der Vielfalt der Annäherungen entspricht die Vielfalt des Materials. Stücktexte, Fotos und Videos zu den Inszenierungen, Kritiken und Briefe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Kontakte zu Zeitzeugen vom Autor über das Ensemble bis zum Publikum sind in der Sammlung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums zu finden. Erste weiterführende Informationen sind auf der Themenseite www.jugendtheater.net zu Stücken (Preise) oder Inszenierungen (Treffen) mit Texten, Szenenfotos und einige Videos beschrieben.

Gott und die Welt. Ausgewählte Quellen aus der Sammlung des KJTZ 2016 (PDF)