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Publikationen

Schneider, Wolfgang (Hrsg.):
Kinder- und Jugendtheater in Österrreich.

Frankfurt (Main): dipa-Verlag 2000. 148 Seiten
ISBN 3-7638-0529-X
Vergriffen!

Das Theater für Kinder und Jugendliche in Österreich ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist erkämpft. Mit List und Tücke. Mit Selbstausbeutung. Mit einem enormen Sendungsbewusstsein. Den Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Theaterkunst zu geben, ihnen Schau-Spiele erlebbar zu machen, ihnen Geschichten zu erzählen.   Dieser Kinder- und Jugendtheaterlandschaft ist dieses Buch gewidmet auf der Spur der Macher und Möglichkeiten, verbunden mit einer kritischen Reflexion, insgesamt ein einziges Pamphlet für eine Theaterpolitik, die selbstverständlich auch das junge Publikum als integralen Bestandteil versteht.   Dem Anlass und Motor dieser Publikation ist ein Porträt gewidmet. Zehn Jahre „szene bunte wähne“ sind eine hervorragende Basis zurückzublicken und vorauszuschauen. Werner Kantner hat die Festivals festgehalten und im Gespräch mit Stephan Rabl die Intention unterstrichen. Von Theater und Tanz, von Nischen und Netzen, von Qualen und Qualitäten, von Künstlern und Kulturvermittlern ist die Rede. Ein Kaleidoskop der Kinder- und Jugendkultur. Und insofern sollen alle Beiträge auch im europäischen Verbund mit dazu beitragen, dass Kindern und Jugendlichen vom Theater nur das Beste geboten wird. Die Autorinnen und Autoren von „Kinder- und Jugendtheater in Österreich“ sind Martin Vogg, Manfred Jahnke, Peter Back-Vega, Mario Jandrokovic, Jutta M. Staerck, Nika Sommeregger, Andrea Amort, Gerhard Ruiss, Stephan Rabl und Hubertus Zorell.  Kinder- und Jugendtheater in Österreich (2000)   Das Theater für Kinder und Jugendliche in Österreich ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist erkämpft. Mit List und Tücke. Mit Selbstausbeutung. Mit einem enormen Sendungsbewusstsein. Den Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Theaterkunst zu geben, ihnen Schau-Spiele erlebbar zu machen, ihnen Geschichten zu erzählen.   Dieser Kinder- und Jugendtheaterlandschaft ist dieses Buch gewidmet auf der Spur der Macher und Möglichkeiten, verbunden mit einer kritischen Reflexion, insgesamt ein einziges Pamphlet für eine Theaterpolitik, die selbstverständlich auch das junge Publikum als integralen Bestandteil versteht.   Dem Anlass und Motor dieser Publikation ist ein Porträt gewidmet. Zehn Jahre „szene bunte wähne“ sind eine hervorragende Basis zurückzublicken und vorauszuschauen. Werner Kantner hat die Festivals festgehalten und im Gespräch mit Stephan Rabl die Intention unterstrichen. Von Theater und Tanz, von Nischen und Netzen, von Qualen und Qualitäten, von Künstlern und Kulturvermittlern ist die Rede. Ein Kaleidoskop der Kinder- und Jugendkultur. Und insofern sollen alle Beiträge auch im europäischen Verbund mit dazu beitragen, dass Kindern und Jugendlichen vom Theater nur das Beste geboten wird.   Die Autorinnen und Autoren von „Kinder- und Jugendtheater in Österreich“ sind Martin Vogg, Manfred Jahnke, Peter Back-Vega, Mario Jandrokovic, Jutta M. Staerck, Nika Sommeregger, Andrea Amort, Gerhard Ruiss, Stephan Rabl und Hubertus Zorell.

Martin Vogg: Wo nichts ist, kann etwas werden

Ein Theater des Respekts

Die Kindertheatermacher haben abseits der renommierten Theaterhäuser die Qualitäten des Theaters wiederentdeckt Nachdem sie sich an ein Publikum wenden, bei dem sie keine Vorkenntnisse voraussetzen können, müssen sie immer wieder von Null beginnen und nach Spielstilen, Geschichten und Ausdrucksformen suchen, die von diesem-immer neuen - Publikum verstanden und akzeptiert werden. Über das Experiment fand man zu dem seit langem Verbotenen und dann Verpönten Extemporieren zurück, entdeckte das Spiel mit Puppen und in Folge mit Objekten wieder und lernte wieder eine allgemein verständliche Sprache zu sprechen. Diese Theatermacher erinnerten sich letztlich der kindlichen " Macht des Staunens" , ein Begriff den Airan Berg auch zum Titel seines Objekttheaterfestivals in Wien ausgewählt hat. Österreich hat so gesehen einen großen Vorteil. Es gibt kein österreichisches Kindertheater. Man ist keiner großen Tradition verpflichtet und in keiner Kategorie gefangen, die einen hohen kulturpolitischen Stellwert besitzt. Die Kindertheatermacher sind von der Kulturkritik aber auch von der Politik bislang weitgehend unbeachtet geblieben. Gleichzeitig haben sie sich aber der Qualitäten des Kindertheaters bedient. Statt eines österreichischen Kindertheaters kann man mit ihnen oder zumindest mit Hilfe ihrer Erfahrungen nun ein österreichisches Theater entwickeln, abseits der großen Theaterbauten und aller Mainstreamspektakel. Ein Theater, das wieder als Medium begriffen wird, und deren Repräsentanten sich darum bemühen, ein Publikum zu erreichen, das sich aus allen Bevölkerungsschichten und allen Altersgruppen zusammengesetzt. Ein Theater, das Kinder mit Sexualität, Gewalt und Betrug konfrontieren darf und Erwachsene mit Märchen, Träumen und Sehnsüchten. Ein Theater des Respekts. Des Respekts vor dem Publikum, weil man sich mit ihm auseinandersetzt, sich aber nicht vor ihm versteckt, ihm nichts vorenthält, es aber auch nicht ohne jedes Einfühlungsvermögen überrollt. Des Respekts vor den Autoren, deren Worte, Bilder und Ideen man einer breiten Öffentlichkeit verständlich machen möchte. Des Respekts vor den Schauspielern, die man nicht in eine Scheinwelt der Stars entrückt, sondern die man als in der Ge¬meinschaft arbeitende Menschen versteht, die sich um die Vermittlung von Inhalten bemühen. Letztlich des Respekts vor der Kunst, die man nicht verfremdet und isoliert, erklärt und bricht, sondern die man zumutet und wirken lässt, und die man nicht mit speziellen Funktionen belegt, um sie funktionslos zumachen. Ob ein Kindertheaterzentrum wie jenes in Wien der Ausgangspunkt für ein solches Theater sein kann, ist zur Zeit schwer zu beurteilen. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass diesem Theater wiederum der Begriff " Kinder" im Weg sein wird, um eine neue Form des Theaters entwickeln zu können. Darüber hinaus wird es eine Frage des Konzepts und selbstverständlich auch der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sein, inwieweit dieses Zentrum eine Initialzündung für ein neues Theater sein kann. Ein Theater des Respekts kann sich nicht auf ein Zentrum konzentrieren. Es muss in die Breite gehen. Es muss sich seinen Platz schaffen in einer Vielzahl an Gebäuden und im öffentlichen Raum, und das abseits sommerlicher Festivals, von Kulturtagen und anderer Ausnahmen, bei denen meist nur das Theater der renommierten Theaterräume an einen anderen Ort transferiert wird. Rein aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus, wird man sich ein solches Theatermodell aber bald überlegen müssen. In Zeiten allgemeiner Budgetkürzungen werden sich Künstler nicht mehr auf staatliche Unterstützung verlassen können, vor allem wenn sie sich abseits des repräsentativen Mainstreams bewegen. Auch hier sind die Kindertheatermacher in einer Vorreiterposition. Sie müssen sich fast in ganz Europa auf Grund geringer staatlicher Unterstützung bereits heute mit ihrer Kunst auf dem freien Markt behaupten und haben deshalb wirtschaftliche Überlegungen in ihren Konzepten zu berücksichtigen. Allerdings werden ihnen in Österreich nicht jene infrastrukturellen Voraussetzungen geboten, um abseits von Kinderrevueveranstaltungen und circensischen Spektakeln ohne Subventionen wirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können.