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Publikationen

Schneider, Wolfgang Keim, Stefan (Hrsg.):
Westwind.
Kinder- und Jugendtheater in Nordrhein-Westfalen
Berlin: Theater der Zeit 2010. 122 Seiten
ISBN 978-3-940737-89-2

Nirgendwo anders als in Nordrhein-Westfalen gibt es eine so vielfältige Szene von freien Gruppen, Landesbühnen und Stadttheatern, die sich an ein junges Publikum wenden. 

Dieses Buch schaut sachkundig auf die Gegenwart, betrachtet Programme, Projekte und die Potenziale, wagt Ausblicke auf die Zukunft. Es geht um das Kinder- und Jugendtheater als Kunstform, es geht um die dramatischen Künste als kulturelle Bildung.

Das 25. Kinder- und Jugendtheatertreffen in NRW 2009 war Anlass für diese Publikation, herausgegeben von Wolfgang Schneider und Stefan Keim im Auftrag der ASSITEJ im Verlag Theater der Zeit. Sie wird gefördert durch das Kultursekretariat NRW und den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ende der Vorstellung. Die Schauspieler sitzen im Bühnenbild, die Jugendlichen auf ihren Stühlen. Stille. »Wir müssen jetzt auch nicht miteinander reden. Wenn ihr wollt, könnt ihr einfach gehen. Ist auch okay.« Langsam beginnt ein Gespräch. Keins von der Sorte, in der die Frage, wie man denn so viel Text auswendig lernen kann, bereits der Höhepunkt ist. Sondern eine konstruktive Diskussion über logische Details der Handlung, Hintergründe der Geschichte, wie es weitergehen könnte. Denn das Ende war offen. Ein Gespräch von Gleich zu Gleich, von Machern und Konsumenten, die spätestens in diesem Augenblick zu Beteiligten werden. Solche Momente gibt es oft im Kinder- und Jugend - theater, ein direkter, offener Austausch über Inhalt und Form. Die Macher sind nah dran am Publikum, das macht das Spielen für junge Zuschauer von jeher aus. Auf die Herausforderung, die jede interessante Kunst bedeutet, folgt das Nachschauen, was geblieben ist, was ausgelöst wurde, was störte. Denn vielleicht braucht es nur eine kleine Anregung, damit aus Irritation Faszination wird. Die Vision eines Theaters als Forum der Demokratie wird im Kinder- und Jugendtheater sehr oft Wirklichkeit. Die direkte Kommunikation, die Lust am Erzählen ist auch im Abendspielplan wieder im Kommen. Während andererseits die ästhetische Bandbreite der jungen Bühnen immer größer wird. Krasses Regietheater, Mut zu extremen künstlerischen Handschriften, dokumentarische Spielformen und enge Zusammenarbeit mit Autoren – all diese Kennzeichen eines aufregenden, zeitgenössischen Theaters haben sich längst auch bei den Produktionen für Kinder und Jugendliche durchgesetzt. Nur mit der öffentlichen Anerkennung hapert es. Immer noch gibt es viel zu selten überregionale Kritiken über das Jugendtheater. Immerhin vergeben die Mülheimer Theatertage 2010 erstmals einen Preis für das beste Kinderstück. Ein wichtiger Schritt. Nordrhein-Westfalen hat eine der vielfältigsten Landschaften für Kinder- und Jugendtheater. Kaum eine Arbeitsweise, die sich in den letzten Jahren ausgebildet hat, ist hier nicht zu finden. Die Organisationsformen reichen von Stadttheatern mit eigenen Sparten und Bühnen mit integrierten Modellen, in denen die Schauspieler im gesamten Spielplan eingesetzt werden, über enorm engagierte Landesbühnen und größere freie Gruppen mit eigenen Häusern bis hin zu Solo-Unternehmen, die durch die kleinen Spielstätten tingeln. Ausgeprägte und ungewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten findet man überall. Deshalb versucht dieses Buch, eine Bestandsaufnahme mit Impulsen zu verbinden. Praktiker, Theaterwissenschaftler und Kulturjournalisten beschäftigen sich mit den Strukturen für Kinder- und Jugendtheater, mit der Zusammenarbeit von Bühnen und Schulen, den verschiedenen Arbeitsweisen, den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, den Perspektiven für die Zukunft. Sie analysieren die Spielpläne, kommentieren Aufführungen und ästhetische Tendenzen. Die verschiedenen Genres werden einzeln gewürdigt. Wie entwickeln sich Musiktheater, Tanz, Figurentheater für Kinder und Jugendliche? Welche Anregungen kommen von der Arbeit mit jungen Leuten selbst, und wie arbeiten die Bühnen mit den Autoren zusammen? Der immer stärker werdende Trend, bereits für Kinder unter drei Jahren Theater anzubieten, spielt ebenso eine Rolle. Die Kinder- und Jugendtheatertreffen sind Foren für Begegnungen, Diskussionen, Anregungen. Vernetzungen sorgen für Impulse und werden immer mehr auch zu Strate gien, um den vielerorts drohenden Kürzungen gemeinsam zu begegnen. Das Buch erscheint im Jahr der Finanzkrise. Viele Städte sind bankrott, geraten in Gefahr, sich und ihre gewachsene Kultur kaputt zu kürzen. Wenn diese Publikation dazu beiträgt, die Bedeutung des Kinder- und Jugendtheaters in NRW zu dokumentieren, ist das auch ein kulturpolitisches Statement. (Vorwort der Herausgeber Wolfgang Schneider und Stefan Keim in " Westwind. Kinder- und Jugendtheater in Nordrhein-Westfalen" )