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Publikationen

Theater der Freundschaft (Hrsg.):
Märchen für Kinder.
Wardetzky, Kristin (Red.)
Berlin: Theater der Freundschaft und Gemeinschaft zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur Berlin e.V. 1992. 92 Seiten

Vergriffen!

Seit seinen Anfängen wird das Kindertheater im allgemeinen Verständnis oft mit Märchentheater gleichgesetzt - eine lange und zählebige Tradition. Sind Märchen überhaupt noch geeignet, heutige Kinder zu erreichen, und können ihre Darstellungen glaubhaft etwas über Wirklichkeit, über Gegenwart aussagen? Die Broschüre will das Nachdenken zum Märchen befördern, indem sie der Entwicklung des Märchens im Kindertheater, in den Verlagen und Schulen der DDR nachgeht. So trägt sie bei zur historisch konkreten Auseinandersetzung mit 40 Jahren Kulturpolitik eines nicht mehr existierenden Staates.

Seit seinen Anfängen wird das Kindertheater im allgemeinen Verständnis oft mit Märchentheater identifiziert. Diese Gleichsetzung hat eine ebenso lange wie zählebige Tradition. Noch heute erinnern die Erwartungen eines breiten Publikums (von Erwachsenen!) an jene weihnachtlichen Theater-Offerten des vorigen Jahrhunderts, die mit ihren opulenten Ausstattungen die ganze Familie anlockten, um die Gemüter zu verzaubern und sie in der Welt des schönen Scheins mit den Härten des Lebens zu versöhnen.

Ist das moderne Kindertheater dazu verdammt, diese Tradition zu folgen, wenn es sich das Märchen annimmt? Oder verträgt sich das Märchen auf das Theater durchaus auch mit aufklärerischen, rebellischen Impulsen? Sind Märchen überhaupt noch geeignet, heutige Kinder zu erreichen und immer hilfreiche Orientierung zu geben? Können im Gewand des tradierten Märchens glaubhafte Aussagen über gegenwärtige Wirklichkeit getroffen werden? Sind die Utopien der alten Märchen dazu angetan, heutige Zukunftsängste zu bannen und das "Prinzip Hoffnung" (Bloch) aufzurichten?

Die vorliegende Broschüre will das Nachdenken über diese und andere Fragen zum Märchen befördern helfen, indem sie in knappen Überblicksdarstellungen, das Schicksal des Märchens im Kindertheater, in den Verlagen und in der Schule der DDR nachzeichnet. Damit ist sie ein historischer Rückblick und ein Stück Auseinandersetzung mit 40 Jahren Kultur- und Schulpolitik dieses (politisch) nicht mehr existierenden Staates.

In einem weiteren Beitrag wird den Chancen des Märchens im Sozialisationsprozeß heutiger Kinder nachgefragt.

Eine Bibliografie sämtlicher Märchen-Editionen von DDR-Verlagen bis einschließlich 1988 und ein Überblick über das gesamte Märchenrepertoire am Theater der Freundschaft sind eine einmalige Quelle für alle, die aus beruflichen oder anderen Interessen nach verlässlichen Zeugnissen über den Umgang mit den Märchen in der DDR suchen. (…)

(Aus: Kristin Wardetzky: Märchen für Kinder. Vorbemerkung)