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Publikationen

Blöss, Cathrin (Hrsg. für die ASSITEJ BRD):
Es muß nicht immer Hamlet sein.
Dänisches Kinder- und Jugendtheater
Frankfurt (Main): ASSITEJ 1992. 118 Seiten
ISBN 3-9802461-3-2

"Muß es immer Hamlet sein?" nein, offenbar nicht. Offenbar ist es möglich, Theater - und zwar " først class" - zu bieten, ohne den Dänen auf die Bühne zu stellen, dessen Name allen TheatergängerInnen beim Stichwort Dänemark so prompt auf der Zunge liegt, wie einst der Speichel dem»Pawlowschen Hunde. Seit Jahren gastieren hierzulande immer wieder dänische Theatergruppen, werden die Stücke aus unserem Nachbarland nachgespielt und die dänischen Theaterfachleute eingeladen, um uns ihren vor Jahren entwickelten Diskussionsstil zu demonstrieren.

"Es muß nicht immer Hamlet sein" mit dem Abdruck des Stückes " Das 4. Gebot" .

Qualität als Voraussetzung

Die dänischen Kinder- und Jugendtheatergruppen haben Mitte der siebziger Jahre damit begonnen, miteinander über ihre Aufführungen zu diskutieren zumeist geschah dies in Seminargruppen mit zwei oder drei Theatern auf dem jährlich stattfindenden Kinder- und Jugendtheaterfestival. Es waren kollegiale und konstruktive Diskussionen über die künstlerische Arbeit. Wenn sie gelangen, führten sie zu besseren Aufführungen.

Zugleich ist die ganze Zeit darüber diskutiert worden, welche Theater Mitglied unseres Kindertheaterverbandes " børneteatersammenslutningen" (BTS) werden sollten, welche Untergrenze der Qualität, welches Maß an Professionalität, welche politische Einstellung akzeptiert oder als Forderung vorausgesetzt werden sollten.

"Alte" Theater, für die eine hohe Qualität selbstverständlich geworden war, sprachen von der Forderung nach einem neuen Verband nur für die Besten. Manchen von uns schien das aber zuviel Mühe, ohne daß es absehbare Vorteile mit sich bringen könnte und würde. Im Gegenzug dazu haben wir dann vorgeschlagen, ein Qualitäts" spiel" einzuführen. Als erstes mußten die Kriterien definiert und formuliert werden, dann mußten wir uns über sie einig werden und dann konnten diese Kriterien als Grundlage für Zulassungsbeschränkungen bzw. Aufnahme in den BTS eingesetzt werden.

Das Projekt " Der große Sprung vorwärts" mit einer Dauer von zweieinhalb Jahren, das ganz eng mit Ausbildungstätigkeit und Seminararbeit im Rahmen des jährlichen Festivals verbunden sein sollte, wurde beschlossen. Der Versuch lief zwei Jahre, wurde also vorzeitig beendet - genauer gesagt: geändert, denn das Qualitäts" spiel" wurde zu einem freiwilligen.

Die Qualitätskommission Nr. 2 wurde im August 1989 eingesetzt. Vier Theaterleute sind vom Vorstand des BTS gebeten worden, diese Arbeit zu machen. Voraussetzung war, daß es sich bei den Mitgliedern der Qualitätskommission um Personen handelt, " deren Wissen, Einsicht, Theatererfahrung und Offenheit gegenüber neuen Strömungen unter den Mitgliedern des Verbandes allgemein anerkannt sind" . 

Wir vier sind seit etwa 1970 im dänischen Kinder- und Jugendtheater tätig, kennen die Gruppen und Theater und haben überdies alle sehr viele ausländische Produktionen gesehen. 

Für uns ist es sehr wichtig, daß wir zu den Gruppen nicht als " Kommissare" kommen, die scheinbar ein Patent auf Qualität haben. Wir begreifen uns nur als Ratgeber und Helfer. Die Gruppen können uns jederzeit aufsuchen, sie können sich zum jährlichen Festivalseminar anmelden und wir wenden uns auch von selbst an Gruppen, wenn wir das für nötig erachten.

Wir haben seitdem mit mehreren Gruppen gearbeitet, z.B. mit Artibus und Baggårdteatret. Wir schauen uns ihre Aufführungen an, bereiten uns vor und diskutieren zwei bis drei Stunden mit der Gruppe. Wir bemühen uns immer darum, uns sowohl mit der einzelnen Aufführung als auch mit dem Theater als Ganzem zu beschäftigen, mit seinem Repertoire, mit seinen Plänen für die Zukunft, der Entwicklung seiner Schauspieler etc. Wir versuchen, Gegenwart und Zukunft zu verknüpfen.

Als die Arbeit der Qualitätskommission in den Jahren 1986/87 im BTS diskutiert, entwickelt und vorbereitet wurde, wurden sieben Qualitätskriterien als gemeinsame Arbeitsgrundlage festgehalten, die ich hier zu Anregung und Diskussion vorstellen möchte:

1. Der künstlerische Wille [...]

2. Der Text (Oder bei Aufführungen ohne bzw. mit sehr wenig Text: der dramatische Ablauf) [...]

3. Die szenischen Lösungen [...]

4. Die schauspielerische Arbeit [...]

5. Das Verhältnis zum Publikum [...]

6. Das Verhältnis zwischen Wollen und Können [...]

7. Ethik [...]

Wir haben das "Spiel" begonnen, haben unsere Begriffe geschärft, haben unseren Appetit auf Qualitätsverbesserung angeregt. Wir haben aber auch feststellen müssen, daß die Angst, aus dem Verband ausgeschlossen oder nicht in ihn aufgenommen zu werden, uns und allen Beteiligten das "Spiel" verdorben hat. Deshalb "spielen" wir heute nur noch freiwillig. Es gehört viel Sensibilität, Können und Aufrichtigkeit dazu - auf allen Seiten. - Lohnen tut es sich allemal!

Biba Schwoon

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