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Publikationen

Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.):
Augenblick mal! 2011.
Programm zum 11. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffen. Biedermann, Hannah Ruckert, Hanna (Red.)
Frankfurt (Main): Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 2011. 131 Seiten

Das Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen ist das nationale Festival des Theaters für Kinder und Jugendliche. Das einzige deutschlandweite Festival präsentiert herausragende Inszenierungen und will ein Bild von der ästhetischen Vielfalt und den künstlerischen Ansprüchen des Theaters für junge Zuschauer zeichnen. Alle zwei Jahre ist dieses Theatertreffen zentraler Ort für den ästhetischen und kulturpolitischen Diskurs des Theaters für junge Zuschauer und schafft öffentliche Aufmerksamkeit für die Kunst des Kinder- und Jugendtheaters. In den 20 Jahren seines Bestehens hat sich das Festival als maßgebliche Plattform für die Präsentation unterschiedlicher ästhetischer Ansätze und die Diskussion konzeptioneller Überzeugungen bewährt und damit die Annäherung der Künstlerinnen und Künstler aus dem Osten und aus dem Westen Deutschlands unterstützt. Dass wir heute in Deutschland über eine derart vielfältige Landschaft des Theaters für Kinder und Jugendliche verfügen, auf die wir stolz sein können und die international ästhetische Maßstäbe setzt, ist ein Ergebnis des erfolgreichen Einigungsprozesses im Kinder- und Jugendtheater. Mit dem Festival muss aber auch immer wieder die kultur- und bildungspolitische Bedeutung des Kinder- und Jugendtheaters betont werden. Denn trotz unzähliger politischer Sonntagsreden über die Wichtigkeit von Kunst, Kultur und Bildung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen und damit für die Zukunft der Gesellschaft hat die Kunst für Kinder und Jugendliche noch immer keine starke politische Lobby. Deshalb ist " Augenblick mal! 2011" auch ein politisches Statement und ein Ort, um die künstlerische Leistungsfähigkeit des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland öffentlich unter Beweis zu stellen.

Für die Zuschauer von Heute und für die Bürger von Morgen
Sieben Thesen statt eines Vorwortes

Das Spezialtheater für Kinder und Jugendliche entwickelt sich zu einem Normaltheater. Für seine weitere künstlerische Entwicklung sind die Erfahrungen des Kinder- und Jugendtheaters unverzichtbar.
Theaterkunst für Kinder und Jugendliche braucht die Expertise der Macher über das junge Publikum. Die konzeptionell begründete und auf langjährigen Erfahrungen beruhende Theaterarbeit für Kinder- und Jugendliche kann nicht durch einen bloß quantitativen Ausgleich von Vorstellungsangeboten für Kinder und Jugendliche in anderen Sparten ersetzt werden.

Kinder- und Jugendtheater ist Kulturelle Bildung. Künstlerische Bildung als Spielart der Kulturellen Bildung hat das Ziel, ästhetische Erfahrungen in der Kunst zu ermöglichen. Die Theaterkunst schafft einen Raum für Erfahrungen jenseits der Alltagswirklichkeit und als Spielart der Künstlerischen Bildung ermöglicht sie es dem Zuschauer, die Welt neu zu sehen. Sie regt die Fantasie an, sie verweist auf zukünftige Erfahrungen und öffnet Handlungsspielräume.

Im Experimentierfeld des Theaters wird die Welt kritisch mit anderen Augen gesehen, werden Werte und Ideen zur Diskussion gestellt und Weltentwürfe erprobt. Das Theater reflektiert die gesellschaftliche Realität und macht Vorschläge für Veränderungen. Gerade die Distanz zur Welt, die künstlerisches Handeln gewährt, ermöglicht dem Menschen einen Blick auf die Welt, auf sich selbst und sein Verhältnis zur Welt. So können Wertvorstellungen ausgebildet und ethische Prinzipien entdeckt werden.

Das Kinder- und Jugendtheater ist in Deutschland, vor allem im Zusammenhang mit der Diskussion um Kulturelle Bildung, kulturpolitisch weitestgehend anerkannt. Doch die gesellschaftliche Anerkennung und das Image des Kinder- und Jugendtheaters im Kulturbetrieb sind noch immer nicht seiner ästhetisch-künstlerischen Bedeutung und seiner unbestrittenen gesellschaftlichen Wirksamkeit adäquat.
In einem Land, in dem kulturelle Bildung fortwährend als zentrales Element von kultur- und bildungspolitischen Konzepten beschworen wird, begnügen wir uns nicht mit der gesellschaftlichen Anerkennung und der politischen Wertschätzung in Grußworten und Eröffnungsreden, sondern fordern eine auskömmliche und gleichberechtigte Finanzierung des Theaters für Kinder und Jugendliche.

Das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland verfügt über weltweit unvergleichliche Ressourcen und Strukturen und ist künstlerisch und formal vielfältig. Wir sind stolz auf diesen Reichtum der Vielfalt des Theaters für Kinder und Jugendliche, auf den unsere Gesellschaft nicht verzichten kann.

Dr. Gerd Taube
Künstlerischer Leiter des 11. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffens " Augenblick mal! 2011"