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Publikationen

Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.):
Augenblick mal! 2007.
Programmbuch zum 9. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffen in Berlin. Fischer, Antje (Red.)
Frankfurt (Main): Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 2007. 145 Seiten

steht zur Verfügung

Ein roter Teppich für das Kinder- und Jugendtheater Wenn das veranstaltende Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland und das gastgebende THEATER AN PARKAUE mit Augenblick  mal! 2007 dem Kinder- und Jugendtheater einen roten Teppich ausrollen, dann geht es sowohl um die symbolische Hervorhebung und die Würdigung dieser Kunstform, als auch darum, eine festliche und zugleich konstruktive Atmosphäre für die Rezeption und Reflexion der zwölf ausgewählten Inszenierungen aus Deutschland herzustellen.

Und folgt man den Berichten und Einschätzungen unserer Kuratorin für das Kindertheater, Petra Fischer, und unseres Kurators für Jugendtheater, Jürgen Zielinski, dann haben es nicht nur die zwölf Ausgewählten verdient, so gewürdigt zu werden. Zum ersten Mal haben die mit der Auswahl für das Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen Beauftragten ihren Auftrag gleichsam übererfüllt. Statt jeweils fünf Inszenierungen aus jeder Sparte vorzuschlagen, haben sie uns je sechs impulsgebende Inszenierungen benannt. Und außerdem gibt es dieses mal auch eine Auswahlliste mit jeweils vier weiteren Inszenierungen, jene Produktionen, die gleichfalls für die Endauswahl zur Diskussion standen.

Ds ergibt zwanzig Mal herausragendes Theater. Die Szene des Kinder- und Jugendtheaters ist also künstlerisch äußerst produktiv und ästhetisch auf der Höhe der Zeit. Mit den im internationalen Teil des Programms eingeladenen Gastspielen und Projekten wollen wir Impulse für die weitere Theaterarbeit im Kinder- und Jugendtheater geben.

Wir laden daher alle ein, vom 2. bis zum 7. Mai 2007 in Berlin herausragende Beispiele für die positive Entwicklung des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland zu erleben und gemeinsam über die Perspektiven dieser Kunst zu diskutieren. Und um gemeinsam zu feiern: die Kunst, das Leben und selbstredend die Ergebnisse unserer Arbeit.

Dr. Gerd Taube - Künstlerischer Leiter

Interview mit Gerd Taube, Künstlerischer Leiter  
Woher kommt der Name Augenblick mal!? 
Das Logo des Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffens war von Anfang an der Augenfüßler, ab dem 3. Treffen kam der Slogan Augenblick mal! dazu, der bis heute geblieben ist. Der Titel ist ein guter Aufhänger, um zu sagen: Stopp mal!, Halt mal!, Lass uns mal darüber reden … Und genauso ist das Festival gemeint – als Haltepunkt, an dem man sich Zeit nimmt für das Theater. 
Woraus erklärt sich die Notwendigkeit des Festivals?
Es heißt jetzt Festival, obwohl es eigentlich ein Theatertreffen ist. Das Wesentliche ist eigentlich, dass es sich von einem Theatertreffen, das einen starken Arbeitsansatz hat, eigentlich schon sehr früh hin zu einer Leistungsschau des Kinder- und Jugendtheaters entwickelt hat. 
Das Kinder- und Jugendtheatertreffen ist so wichtig für die Szene, da es einerseits den Arbeitszusammenhang, Begegnungsmöglichkeiten herstellt, dass man sich trifft und mit Kollegen austauscht über die Auswahl der Inszenierungen, dass man ausländische Gäste trifft usw.. Andererseits sieht man zwölf Inszenierungen, die unsere Kuratoren als impulsgebend für die Kunst des Kinder- und Jugendtheaters ausgewählt haben. Und es ist das einzige nationale Kinder- und  Jugendtheater-Treffen. 
Was ist für die ästhetische Entwicklung eines Kindes wichtiger: Theater sehen oder Theater (selber) spielen? 
Ich würde das etwas weiter fassen: Theater sehen – Ja, Theater spielen – auch, beide sind gleich wichtig. Aber ich glaube, die Auseinandersetzung Theater kann nicht nur sehend und spielend erfolgen. Wir wollen vor allem mit den Kinderprojekten im Festival zeigen, was man mit der medialen Auseinandersetzung mit Themen von Theater, mit dem Vorgang Theater für sich selber über Theater herausfinden kann. Insofern sind Theater sehen, Theater spielen und MIT dem Theater spielen, wie wir es auch im Titel nennen, die drei Schwerpunkte, die zusammengehören, die sich gegenseitig bedingen. 
Haben Sie selbst als Kind oder Jugendlicher Theater gespielt oder spielen Sie immer noch? 
Ich habe in der Schule Puppentheater gespielt, bis zum 18. Lebensjahr. 
Warum haben Sie sich auf Kinder- und Jugendtheater spezialisiert, was macht daran den besonderen Reiz für Sie aus? 
Ich bin über den Weg des Puppen- und Figurentheaters, auf das ich mich (im Studium) spezialisiert hatte, in die Nähe des Kinder- und Jugendtheaters gekommen. Nach den zehn Jahren, die ich jetzt damit arbeite, kann ich sagen, dass diese Form des Theaters für mich eigentlich zu den sehr lebendigen Szenen des Theaters gehört. Weil durch dieses junge Publikum ständig eine neue Herausforderung da ist. Das wandelt und verändert sich einfach schneller als Leute, die 40 oder 50 Jahre alt sind, und ist selber sehr viel stärker an der (gesellschaftlichen) Entwicklung dran und muss als jemand, der Theater für Kinder oder Jugendliche macht auch an dieser Entwicklung dran sein. 
Also jung bleiben? 
In gewisser Hinsicht ja, wobei das eher etwas mit Denke zu tun hat als damit, wie man körperlich daher kommt. Das wird gern verwechselt. Aber genauso gehört dazu das Bewusstsein um die Distanz, das Wissen, dass man nicht mehr 20 ist – man sollte nicht versuchen, sich einzufühlen. 
Sie sind nun seit über zehn Jahren der Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums – wünscht man sich manchmal eine andere, eine neue Aufgabe? 
Ja, ich glaube, sobald man anfängt, keine andere Aufgabe oder Herausforderung mehr zu suchen, dann kann man auch aufhören zu arbeiten.  
Wieso sollte Kinder oder Jugendliche das Theater dem Fernsehen oder Kino vorziehen? 
Ich würde nie sagen, dass man das Eine gegen das Andere ausspielen sollte. Das wird gerne gemacht und war so, als das Kino aufkam – da ist das Theater totgesagt worden – Anfang des 20. Jahrhunderts, das war so, als das Fernsehen aufkam in den 50er/60er Jahren – da ist das Theater totgesagt worden -  jetzt haben wir die neuen Medien und es wird wieder das Gleiche macht. Man muss es einfach als ganz viele verschiedene Angebote sehen, sich mit der Welt auseinander zu setzen. Und dabei rede ich nicht über die Ballerspiele und ähnliches, das ist eine ganz andere Diskussion. Aber ich glaube man kann sich genauso gut mit einem Film im Kino auseinandersetzen wie mit einem Theaterstück. Man hat natürlich im Theater einen Vorteil: Es ist live. Man hat sozusagen eine sehr direkte Beziehung zu dem, was auf der Bühne geschieht und das Theater hat andere Wirkungsmechanismen als das Kino. Wenn man an Hollywood denkt, das auf große Gefühle setzt. Das Theater ist auf eine andere Weise direkt und emotional: Nicht so sehr über eine Einfühlung in bestimmt Schicksale, sonder durch das direkte Zeigen von Konflikte auf der Bühne und wie Leute mit den Konflikten umgehen. Das ist etwas, das auch mit Energie zu tun hat. Wenn der Schauspieler auf der Bühne steht und unten sitzen die Zuschauer, da passiert etwas zwischen denen. Das funktioniert bei der Leinwand nicht! Das ist für mich ein Vorzug des Theaters, aber der Film hat dafür wieder andere Möglichkeiten oder Vorzüge. 
Also hat das Theater keine andere Aufgabe an den Zuschauer oder will was anderes? 
Man kann das nicht so pauschal sagen, denn wenn ich Film sage, meine ich nicht automatisch Hollywood, und wenn ich Theater sage, meine ich auch nicht automatisch Schaubühne oder Volksbühne. Sonder da gibt es ganz viele unterschiedliche Ausprägungen. Ohne einem Theater wie dem Ohnsorg-Theater nahe treten zu wollen, würde ich bei ihm andere Aufgaben vermuten, als sie beispielsweise das Kinder- und Jugendtheater hat. Insofern, es gibt auch gute Kinder- und Jugendfilme, wie gerade bei der Berlinale wieder zu erleben (war).
Die Aufgabe des Theaters: Mit Theater die Welt sehen und versuchen zu begreifen. Und dabei die Möglichkeit zu haben – auch das ist wieder ein Vorzug gegenüber dem Film – sehr viel flexibler auf bestimmte Entwicklungen zu reagieren. Dass das, was täglich passiert, auf der Bühne – und wenn es nur unterschwellig ist – eine Rolle spielen kann. Das kann ein Film alles nicht, weil er bereits fertig ist. Und so hat Theater die Aufgabe, dass Du Dich als Zuschauer mit der Welt auseinandersetzt in einem Raum, der die Möglichkeit eröffnet, ohne größere Konsequenzen bestimmte Situationen durchzuspielen.
Das Gespräch führte:
Nora Leithold, 20, Studentin der Mathematik