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Publikationen

Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.):
Augenblick mal! 2005.
Programmbuch zum 8. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffen in Berlin. Behrens, Katrin (Red.)
Frankfurt (Main): Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 2005. 147 Seiten

Besondere Augenblicke
Drei Brüder wohnen in einem Haus,
die sehen wahrhaftig verschieden aus,
doch willst du sie unterscheiden,
gleicht jeder den anderen beiden.
Der erst ist nicht da, er kommt erst nach Haus.
Der zweite ist nicht da, er ging schon hinaus.
Nur der dritte ist da, der Kleinste der drei,
denn ohne ihn gäb’s nicht die anderen zwei.
Und doch gibt’s den dritten, um den es sich handelt,
nur weil sich der erst’ in den zweiten verwandelt.
Denn willst du ihn anschaun, so siehst du nur wieder
immer einen der anderen Brüder!
Nun sage mir: Sind die drei vielleicht einer?
Oder sind es nur zwei? Oder ist es gar – keiner?
Und kannst du mein Kind, ihre Namen mir nennen,
so wirst du drei mächtige Herrscher erkennen.
Sie regieren gemeinsam ein großes Reich –
und sind es auch selbst! Darin sind sie gleich.
(Michael Ende, Momo) Das Rätsel stellt der alte Meister Hora dem Mädchen Momo, als es ihn in seinem Nirgend-Haus besucht. Die drei Brüder, so findet Momo heraus, sind die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Und der gegenwärtige Augenblick ist genau der Augenblick, da sich Zukunft in Vergangenheit verwandelt.
Mit diesem Sinnbild könnte auch das Vorhaben des 8. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffens beschrieben werden, das „Augenblick mal!“ heißt und das Perspektiven für die Kunst des Theaters für Kinder und Jugendliche entwickeln soll. In den künstlerischen Augenblicken der Aufführungen unserer ausgewählten Inszenierungen, so glauben wir, liegt die Herkunft des Theaters für Kinder oder für Jugendliche ganz dicht bei seiner Zukunft. Wir sind davon überzeugt, dass diese Aufführungen Impulse geben werden, die in die Zukunft weisen. Künstlerische Impulse, die dereinst selbst wieder große Augenblicke des Kindertheaters und des Jugendtheaters evozieren werden. Das sind die besonderen Augenblicke, von denen Meister Hora spricht. Augenblicke, in denen alle Dinge und Wesen in einmaliger Weise zusammenwirken, damit Einmaliges entstehen kann. Solche Sternstunden sind im Leben wie im Theater selten. Sie lassen sich nicht erzwingen. Sie lassen sich jedoch vorbereiten, damit in dem besonderen Augenblick auch wirklich alle und alles in der nötigen Weise zusammenwirken können.
Das Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen kann ebenso wenig wie das Theater selbst die Welt verändern. Wenn es uns mit dem Treffen aber gelänge, das Theater und insbesondere Kindertheater und Jugendtheater ein klein wenig zu verändern, dann wäre uns schon viel gelungen.
Alle sind eingeladen, sich an der Veränderung zu beteiligen: Unser junges Publikum mit seinem Applaus, seiner Begeisterung, seiner Kritik. Die Theatermacher mit ihren Aufführungen, ihren Gedanken, ihren Ideen. Und die Politik mit ihrer Einsicht in die Notwendigkeit von Kunst für Kinder und Jugendliche und ihren Möglichkeiten, ihrer Einsicht Taten folgen zu lassen.
Machen wir „Augenblick mal!“ zu einem, zu unserem besonderen Augenblick! Dr. Gerd Taube
Künstlerischer Leiter