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Publikationen

Mittelstädt, Eckhard (Hrsg.):
Grimm & Grips 19.
Jahrbuch für Kinder und Jugendliche 2005/2006
Frankfurt (Main): ASSITEJ 2005. 352 Seiten
ISBN 3-930759-29-2, ISSN 0933-4149

GRIMM & GRIPS ist das Jahrbuch für das Kinder- und Jugendtheater, herausgegeben von Eckhard Mittelstädt im Auftrag der ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland.   Es enthält die Spielpläne der Spielzeit 2005/2006 und Angaben über Personal und Struktur der professionellen Kinder- und Jugendtheater, sowie Angaben zu aktuellen Kinder- und Jugendtheaterstücken von 13 Verlagen und Informationen über Verbände und Institutionen, die in der ASSITEJ Mitglied sind.

Der redaktionelle Teil wird in diesem Jahr von Manfred Jahnke verantwortet und beschäftigt sich mit Theaterpädagogik und Dramaturgie am Kinder- und Jugendtheater. Neben einem Blick auf die Entwicklung dieser beiden Aufgabenbereiche in den vergangenen Jahren setzen sich beispielhaft das Grips Theater, das Junge Ensemble Stuttgart, das Theater der Jungen Welt in Leipzig und die Kammerspiele München mit der veränderten Rolle der Theaterpädagogik am Kinder- und Jugendtheater auseinander.  

Über die im vergangenen Jahr erschienenen Monographien und Aufsätze zum Kinder- und Jugendtheater gibt eine kommentierte Bibliographie Auskunft. Die Statistik der Spielzeit 2003/2004 sowie ein umfangreicher Informations- und Adressenteil sind ebenfalls Bestandteile des Jahrbuchs.   " GRIMM & GRIPS ist ein in seiner Art einmaliges Nachschlagewerk" (Darmstädter Echo) für Kinder- und JugendtheatermacherInnen, KulturpolitikerInnen und für alle, die Interesse an der bundesdeutschen Kinder- und Jugendtheaterszene haben.

Der Weg in die Schulen – von Meike Herminghausen, Philipp Harpain und Fabian Scheidler Mit Stefan Fischer-Fels kam 1992 ein Dramaturg ans Haus, der ausgebildeter Theaterpädagoge war und begann, diesen Bereich aufzubauen. Seitdem werden Nachbereitungen am GRIPS auch in Form von Theaterworkshops in den Schulen durchgeführt. TheaterpädagogInnen gehen in die Klassen und geben den Kindern die Möglichkeit ihre persönlichen Eindrücke und Gedanken zum gesehenen Stück spielerisch zum Ausdruck zu bringen und zu reflektieren. 1995 kam Anja Kraus als Verstärkung für Öffentlichkeitsarbeit und Schulkontakte. 2001 wurde mit Philipp Harpain die Theaterpädagogik zur eigenständigen Abteilung, die später durch Meike Herminghausen und Susanne Rieber verstärkt wurde. Seither haben sich die theaterpädagogischen Aktivitäten erheblich ausgeweitet und in klarer Arbeitsteilung von der Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit differenziert. Im Jahr 2004 wurden beispielsweise 464 theaterpädagogische Veranstaltungen – Workshops, Gespräche, Führungen, Fortbildungen – durchgeführt, die 17.393 BesucherInnen hatten. Diese intensive Kommunikation mit LehrerInnen und SchülerInnen gibt entscheidende Impulse, sowohl für die Arbeit am Haus, als auch für die in den Schulen. Beide Seiten lernen von einander. Die Begegnungen finden statt in den Nachbereitungen der Stücke an den Schulen, in zahlreichen organisierten und informellen Gesprächen, durch Rechercheworkshops und teilnehmende Beobachtung in den Klassen und in Lehrerfortbildungen. Durch den engen Kontakt weiß das Theater, wo es in den Schulen drückt, welche Probleme Kinder und LehrerInnen beschäftigen und wie sie sich gestalten. Die LehrerInnen erleben wiederum die Kraft von Theaterspiel als Lernmethode und werden ermutigt, selbst solche Ansätze in ihrem Unterricht auszuprobieren. Damit gibt das GRIPS auch Impulse für die Schulentwicklung: Im Februar 2004 z.B. veranstaltete die GRIPS Theaterpädagogik gemeinsam mit dem Berliner Schulsenat eine Tagung zu Theater in der Ganztagsschule, in der die Möglichkeiten und Chancen von Theater im Schulalltag im Mittelpunkt standen, beispielhafte Schulen sich vorstellten und eine Plattform geschaffen wurde für das Beschnuppern von VertreterInnen der Berliner Jugendtheatereinrichtungen und LehrerInnen - mit dem Ziel, konkrete Kooperationen anzuregen. Die praktischen Schulworkshops sind Kern der theaterpädagogischen Praxis des GRIPS Theaters. SchülerInnen und LehrerInnen erleben sich dabei oftmals in ganz ungewohnter Weise, das Thema der Aufführung wird durch einen anderen sinnlichen Zugang vertieft und die Kinder bekommen Mut, sich zu zeigen und auszudrücken.
  Für die Dramaturgie ist die Theaterpädagogik oft eine wichtige Unterstützung bei der Stückentwicklung. Gerade bei komplexen, rechercheintensiven Themen, an die sich das GRIPS heranwagt (etwa Globalisierung oder Hyperaktivität), kann es sehr hilfreich sein, schon früh im Arbeitsprozess ein Feedback von Kindern und PädagogInnen zu bekommen. Oftmals werden erste Textfassungen in Schulklassen vorgelesen (z.B. " Der Ball ist rund" , " Die Faxen dicke" ) und danach wird durch praktische Übungen und Gespräche herausgefunden, wie das Stück bei den Kindern ankommt, wie sie die Figuren sehen und selbst darstellen, mit welchen Rollen sie sich identifizieren, wo Missverständnisse entstehen und wo Klärungsbedarf herrscht. Mitunter werden bereits Workshops zu Stückideen durchgeführt (z.B. zu " Lena in der Wüste" ) und die Ideen und Ausdrucksweisen der Kinder aufgegriffen. Meistens sind bei diesen Workshops auch Dramaturgie und/oder Regie, manchmal auch der Autor des Stückes dabei. Damit haben die Workshops direkten Einfluss auf die Produktionen. Als Mutmachtheater kann man auch die langfristige theaterpädagogische Arbeit mit Jugendlichen bezeichnen. Die seit mehreren Jahren im Rahmen von TUSCH (Theater und Schule) stattfindende Kooperation mit zwei Schulen aus zwei Problembezirken Berlins macht Mut zur Begegnung. In den Projekten erarbeiten Jugendliche aus Marzahn (Ost-Berlin) und Kreuzberg (West-Berlin), die gegensätzlicher kaum sein können (die eine Gruppe fast homogen deutscher Herkunft, die andere überwiegend mit Migrationshintergrund), jährlich gemeinsam eine Theaterproduktion. Die dabei auftretenden Schwierigkeiten werden durch das Spielen thematisiert und oftmals überwunden. Der gemeinsame Auftritt in großem Rahmen ist Höhepunkt der Zusammenarbeit und hat für die SchülerInnen, die überwiegend einen Hauptschulabschluss anstreben, eine weitere besondere Bedeutung durch das Erfolgserlebnis, das damit verbunden ist.