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Publikationen

Schneider, Wolfgang (Hrsg.):
Kinder- und Jugendtheater in der DDR.

Frankfurt (Main): dipa-Verlag 1990. 110 Seiten
ISBN 3-7638-0133-2

1989/1990: Die DDR im revolutionären Umbruch. Mit dabei in Theorie und Praxis: die Kinder- und Jugendtheater in Berlin, Halle, Leipzig und Dresden. Die Theaterwissenschaftlerin Christel Hoffmann schreibt über die Perspektiven für die neunziger Jahre, deutet das Kunstereignis Kinder- und Jugendtheater aber gesamtgesellschaftlich. Der frühere Oberspielleiter des Theaters der Freundschaft, Carl Hermann Risse, stellt Überlegungen an, welche Besonderheiten bei dieser Sparte für Schauspieler und Regisseure zu beachten sind. Der damalige Chefdramaturg des Theaters der Jungen Generation, Manuel Schöbel, erörtert die Konzeption eines zeitgenössischen Spielplans für ein junges Publikum. Der Autor Horst Hawemann betitelt seinen Beitrag mit " Ich inszeniere auf Papier" . Herausgeber Wolfgang Schneider berichtet über eine aufregende Reise zu den Kinder- und Jugendtheatern am Ende der Deutschen Demokratischen Republik, wo der Dialog mit dem Zuschauer geführt, die Realität auf der Bühne reflektiert wird, Stücke und Inszenierungen auch wie künstlerisch aufbereitete Resolutionen Wirkungen erzielen. Gabriele Kneschke, Lektorin des Henschel Verlags, beschließt das Handbuch mit einer Auswahlbibliographie dramatischer Kinder- und Jugendliteratur.

Vorwort Die vorliegende Publikation war schon für Februar 1990 angekündigt. Doch die rasanten politischen Ereignisse in der DDR beeinflußten die Herausgabe dieser Texte, die bereits ein Jahr zuvor, vom 10. bis zum 12. Februar 1989 auf einer Tagung der Friedrich Ebert-Stiftung im Kurt-Schumacher-Bildungszentrum Bad Münstereifel, vorgetragen worden waren. In Zusammenarbeit der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche, Sektion Bundesrepublik Deutschland, widmeten sich damals die Neunten Bad Münstereifeler Literaturgespräche dem Kinder- und Jugendtheater der DDR. Es war gelungen, profilierte Künstler und Theoretiker dieser Sparte aus dem anderen Deutschland einzuladen, was ja – viele werden das aus eigener Erfahrung (hüben wie drüben) wissen - nie ganz einfach gewesen war. Doch über die bestehenden Kontakte der beiden ASSITEJ-Zentren konnte der Meinungsaustausch organisiert werden. [...] Daß sich allerdings innerhalb eines dreiviertel Jahres die Gesellschaft der DDR bis zur Selbstauflösung verändern würde, daran konnte keiner denken, auch wenn die Referate andeutungsweise Umbrüche im Kinder- und Jugendtheater aufzuzeigen wußten. Aus einer Tagungsdokumentation mußte deshalb eine aktualisierte Textsammlung zum Kinder- und Jugendtheater der DDR werden. An den Beiträgen von Dr. Christel Hoffmann und Manuel Schöbel änderte dies allerdings nichts. Beide Texte haben noch heute ihre Gültigkeit, bis auf die Tatsache, daß die Überlegungen für die Neunziger Jahre nicht mehr auf eine sozialistische Gesellschaft in der DDR angewandt werden können. Als Programme für ein professionelles Theater für ein junges Publikum bleiben sie jedoch weiter in der Diskussion. Und sie werden nötiger denn je gebraucht! Denn es besteht Gefahr, daß nach der Einheit in der Kulturlandschaft Deutschland Zwietracht gesät wird, daß ein beschränkter Kulturetat den Kinder- und Jugendtheatern den Garaus macht, ihnen aber zumindest erhebliche Subventionskürzungen in Haus stehen. Konzeptionelle Manifeste können hier ebenso Überlebensgarantien sein, wie auch öffentlichkeitswirksame kulturpolitische Aktionen.  Dieses Buch über das Kinder- und Jugendtheater der DDR dokumentiert somit ein Stück Geschichte einer Kinder- und Jugendkultur. Es stellt deshalb neben die beiden Referate gekürzte und nur leicht bearbeitete Tonbandprotokolle zweier Praxisberichte des Regisseurs Carl-Hermann Risse und des Autors Horst Hawemann. Hinzu kommt ein Beitrag von Marianne Janietz, den diese im Juni 1990 für das Treffen der norddeutschen Kinder- und Jugendtheater in Braunschweig vorbereitet hatte und der Rückblicke, Tendenzen, aber auch aktuelle Ausblicke am Beispiel des Theaters für junge Zuschauer in Magdeburg bietet. Wie die Theater die Wende in der DDR mit vorbereiteten und begleiteten, wie sie agierten und reagierten im Herbst 1989, dazu soll ein Augenzeugenbericht dienen, der in dieser Zeit während einer Reise zu vier der fünf Kinder- und Jugendtheater entstand. Gabriele Kneschke komplettiert das Buch mit einer Auswahlbibliographie von DDR- Dramatik für Kinder, die im staatseigenen Henschel-Verlag das Repertoire der 80er Jahre bildeten, eine Tatsache, die aufgrund des Alleinvertretungsanspruches als einzigem Theaterverlag nie ganz unproblematisch war.  Die Publikation möge als Handbuch jenen dienen, die im Kinder- und Jugendtheater zurückblicken wollen, um weiterarbeiten zu können und eine große Kunst für kleine Zuschauer zum Ziel haben es möge besonders denen gewidmet sein, die sich für eben jenes Kinder- und Jugendtheater einsetzen, das sich in der DDR entwickelte. [...] Wolfgang Schneider