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Publikationen

Schneider, Wolfgang (Hrsg.):
Kinder- und Jugendtheater in Italien.
Sabine Büsgen (Red.)
Tübingen: Gunter Narr Verlag 1996. 180 Seiten
ISBN 3-7638-0370-X

Italien ist eine reiche Kinder- und Jugendtheaterlandschaft mit vielen künstlerischen Einzelpersönlichkeiten und einer großen Anzahl von Theatergruppen. Carlo Formigoni ist auch in Deutschland als Regisseur bekannt, ebenso das Teatro del Sole aus Mailand oder das Teatro Kismet aus Bari. Eines der erfolgreichsten Jugendstücke der letzten Jahre in Deutschland, " Robinson & Crusoe" , stammt aus dem Turiner Teatro dell' Angolo. Eines der wichtigsten Festivals des europäischen Kinder- und Jugendtheaters findet im Teatro delle Briciole in Parma statt. Das Teatro Ragazzi in Bologna ist das beispielhafte Modell eines Theaters als Kulturzentrum, in dem die traditionsreiche Truppe La Baracca zu Hause ist. Marco Balianis Schauspielkunst und Autorenschaft hat in Europa einen großen Ruf, seine Poetik des Geschichtenerzählens gehört zu den spannendsten Theaterschriften dieser Tage.  Das italienischen Kinder- und Jugendtheater zeichnet sich gleichzeitig durch eine Bildhaftigkeit und Einfachheit aus. Märchenhaftes steht neben Realistischem, experimentelles Objekttheater neben großem Schauspielertheater. Es wird für die Allerkleinsten und für ein großes Familienpublikum gespielt.  Der Band " Kinder- und Jugendtheater in Italien" vereinigt verschiedene Aufsätze zu Geschichte, Dramaturgie und Spielweise der italienischen Theater für ein junges Publikum, dokumentiert Stücke und Inszenierungen der letzten Jahre und präsentiert somit ein weiteres Kapitel europäischen Kinder- und Jugendtheaters.

Eine poetische Wahrnehmung von Welt [...] Betrachtet man das Puppentheater in seinem kulturellen und sozialem Umfeld, so ist leicht zu verstehen, warum die Mächtigen und die herrschende Klasse jegliche Art von Verboten und Verfolgungen gegen das Puppentheater nie haben durchsetzen können. Das Publikum hat den Puppenspieler zum notwendigen Interpreten der Gefühle, Bedürfnisse und der Sehnsucht des Volkes gemacht. Die Masken des Puppentheaters verkörpern die Tugenden des Volkes, sie stellen keine Welt dar ohne gesellschaftliche Klassen, in der Gute und Böse leben, wo am Ende immer die landläufige Moral triumphiert, in den Mantel der ewigen Gerechtigkeit eingehüllt, sondern eine Welt von Armen und Reichen, in der es immer die Armen sind, die Werte wie Gerechtigkeit und Freiheit vertreten müssen. Die Marionettenspieler hingegen agieren fast immer innerhalb der gesellschaftlichen Regeln. Wenn die Marionetten gegen diese Regeln verstoßen, so tun sie es innerhalb der im System vorhandenen Widersprüche. Genau wie beim großen Theater. Während die Marionette immer auf der Kippe zwischen zwei Extremen des Theaters steht, beginnt die Puppe erst jenseits des " Wirklichen" und Wahrscheinlichen zu leben und zu existieren. Puppentheater und Schauspielertheater sind nur durch einen sehr dünnen Faden verbunden. Das Puppentheater definiert sich als ein unabhängiges Genre, das die eigenen Kommunikationsmittel in entgegengesetzter Richtung zum Schauspieler aus Fleisch und Blut einsetzt. Strukturelle, formale und technische Unterschiede kennzeichnen Marionette und Puppe. Die Marionette stellt einen ganzen Menschen dar und wird von oben mit Hilfe von Fäden und Geräten bewegt die Puppe ist nur ein halber Mensch, der Puppenspieler schiebt seine Hand in den Körper der Puppe, um sie zu bewegen. Diese Unterschiede sind Ursache und Folge für weitere Differenzierungen, welche die Beweggründe dieser beiden Theatertraditionen widerspiegeln. Die Marionette spielt nach einem Drehbuch, die Puppe improvisiert häufig die Marionette spielt im Theater, die Puppe auf dem Dorfplatz das Publikum der Marionette und das der Puppe unterscheiden sich. [...] Monica Gattini