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Aktuelles

Nominierungen Deutscher Kindertheaterpreis 2018 und Deutscher Jugendtheaterpreis 2018

Die Juror*innen für den Deutschen Kindertheaterpreis 2018 und den Deutschen Jugendtheaterpreis 2018 haben ihre Vorentscheidung getroffen: Sechs Autor*innen sind für die beiden Preise nominiert, die am 1. November in Frankfurt am Main verliehen werden.

Nominierungen Deutscher Kindertheaterpreis 2018:

»Die Zertrennlichen« Les séparables (9+)
von Fabrice Melquiot (Frankreich)
aus dem Französischen von Leyla-Claire Rabih und Frank Weigand
Felix Bloch Erben Verlag für Bühne Film und Funk, Berlin

Begründung der Jury:
Romain und Sabah wohnen einander genau gegenüber. Er sieht, wenn sie sich in eine Sioux verwandelt, sie sieht, wie er sein Schaukelpferd reitet. Manchmal schickt ihre Mutter sie hinüber, um dem wilden Jungen Makrouts zu bringen. Doch Romains Eltern werfen das Gebäck kurzerhand in den Müll, weil das orientalische Zeug zu schwer im Magen liege. Wie reagieren die Kinder, was denken sie? Werden sie sich in ihrer Freundschaft, ihrer ersten, zarten Liebe von den Eltern aufhalten lassen? Die geheimnisvolle Erscheinung eines Hirsches im Dickicht vor der Stadt hat sie zueinander gebracht. Mit dieser mythischen Ebene verschafft der Autor den beiden Figuren einen eigenen Raum, in dem sie sich selbst erkennen und erproben können und damit fähig werden, zu ihrer eigenen Liebe, ihrem Sein zu finden. Während sie von dieser neuen Erfahrung euphorisiert sind, geraten ihre Väter handgreiflich aneinander. Sabahs Familie verlässt daraufhin das Viertel. Sie sehen sich nie wieder. Erst nach vielen Jahren offenbart sich ihre ureigene und besondere Verbindung aus dieser ersten gemeinsamen Zeit.

Ein vielschichtiges Liebesdrama zweier Kinder aus verschiedenen Welten, in dem die Eltern versuchen, ihren Alltagsrassismus auf ihre Kinder zu übertragen, obwohl die sich in inniger Freundschaft zugetan sind.

 

»Windmühlen. Die merkwürdige Reise der Familie Müller nach Unmikistan« Mullinjët e erës - Një udhëtim i çuditshëm i familjes Müller në Unmikistan (10+)
von Jeton Neziraj (Republik Kosovo)
aus dem Albanischen von Zuzana Finger
S. Fischer Verlag Theater & Medien, Frankfurt am Main

Begründung der Jury:
Herr Müller baut Windmühlen im Auftrag der EU, um die Energieversorgung in dem fiktiven Staat Unmikistan zu stabilisieren. Er wohnt mit seiner Familie im gesicherten Diplomatenviertel der Hauptstadt des fremden Landes, getrennt von der heimischen Bevölkerung. Doch die neugierige Tochter Gisela bricht aus und freundet sich mit dem Jungen Dani an. Beide werden von der Fee Cinderella und dem Waldgeist Muja begleitet, die sich auf surreale Weise in die Handlung einmischen. Diese Märchenfiguren sind Projektionen von Ängsten und Vorurteilen und spiegeln die kulturelle Sozialisation der Kinder. Die große Überraschung für die westliche Familie ist letztlich, dass die Entdeckung des fremden Landes weitaus weniger abenteuerlich ist, als es sich alle vorgestellt haben. Die fremden Menschen sind sogar freundlicher und empathischer als daheim. Die westlichen Entwicklungshelfer sind satirisch überzeichnete Kunstfiguren, die sich übertrieben gegen die vermeintlichen Gefahren der Fremde wappnen. Der Autor lässt die Klischeevorstellungen seiner Figuren plakativ und überspitzt aufeinander treffen und zeigt damit die Lächerlichkeit von Ängsten vor dem Fremden.

Ein eigenwilliges Kinderstück über die Angst vor dem Unbekannten, das konsequent und mit Komik die Skurrilität von Vorurteilen entlarvt.

 

»Die Biene im Kopf« (7+)
von Roland Schimmelpfennig (Deutschland)
S. Fischer Verlag Theater & Medien, Frankfurt am Main

Begründung der Jury:
Morgens, noch bevor er aufstehen muss, entflieht der Junge ein letztes Mal in einen Traum. Er fliegt als Biene durchs Zimmer, aus dem Fenster, in die Welt. Aber das Leben besteht aus Schultagen. Und der Morgen zuhause ist ein Parcours, bei dem er seine schlafenden arbeitslosen Eltern nicht wecken darf. Der Junge geht durch seinen Alltag wie ein Avatar durch ein Computerspiel. Jeder Tagesabschnitt ein Level, das bewältigt werden muss: Der Schulweg, Unterricht und Pausen, abends Ravioli aus der Dose. Das letzte Level ist das schwierigste: Einschlafen, ohne dass jemand „Gute Nacht“ sagt. Zur Ermutigung steht ihm jedoch seine Bienenkönigin zur Seite. Und der nächste Morgen beginnt wieder mit dem Bienenflug und der Hoffnung, erneut alle Levels zu bewältigen. In seinem ersten Stück für Kinder lässt der Autor den Protagonisten nicht selbst auftreten. Stattdessen gewähren drei namenlose Figuren mit unterschiedlicher Perspektive einen Blick in sein Inneres. Mit ihren Dialogen erzeugen sie den Eindruck eines fortwährenden inneren Monologs. Mit schnellem Wortwechsel und kurzen Repliken gewinnt der Text an Dynamik und Energie.

Ein eindrucksvoller Theatertext für Kinder über einen Jungen, der seinem prekären Alltag im Spiel mit der Leichtigkeit einer Biene gegenübertritt und dabei seine Stärken findet.

 

Nominierungen Deutscher Kindertheaterpreis 2018

 

Nominierungen Deutscher Jugendtheaterpreis 2018:

»Der (vor)letzte Panda oder Die Statik« (Pret)posljednja panda ili statika (14+)
von Dino Pešut (Kroatien)
aus dem Kroatischen von Alida Bremer
unter Mitarbeit von Sonja Anders und Friederike Heller
henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag, Berlin

Begründung der Jury:
Sie heißen Luka, Ana, Marin, Marija. Geboren 1990 im kroatischen Sisak, zwischen Zagreb und der Grenze zu Bosnien-Herzegowina. Sie erleben ihre Kindheit als „Kellerkinder“, überraschen mit absurden Vorausblicken in ihre Zukunft als Erwachsene, irren und jubeln in der Pubertät und schauen mit Anfang 30 erstmals auf ihr Leben zurück. Sie haben die Jugoslawienkriege erlebt, aber auch die erste Liebe. Sie gehen tanzen und fühlen sich unendlich frei. Sie haben durch den Krieg unterscheiden gelernt, zwischen Kroaten, Serben und anderen. Dabei wünschen sie sich eigentlich ein normales Leben, ohne ethnische Zuschreibungen und homophobe Ausgrenzung. Dazubleiben ist nicht einfach, Selbstverwirklichung scheint nur im Westen möglich. In drei großen Szenen lässt Dino Pešut, ebenfalls 1990 in Sisak geboren, diese vier Menschen erwachsen werden. Wir erfahren in diesem vierstimmigen Monolog von ihrer Liebe, ihrem Verlust von Heimat, aber auch von ihrer unbändigen Lust auf Leben. Sie beschreiben, schauen zurück und lassen sich gemeinsam treiben. Aus der Gemeinsamkeit der Kindheit werden vier individuelle Charaktere, die sich ihren Weg im Leben suchen.

Ein Stück über Jugend in Osteuropa, das zeigt, wie man an seinen Aufgaben wächst und Hoffnung und Humor immer noch die besten Prinzipien für ein selbstbestimmtes Leben sind.

 

»Das Gesetz der Schwerkraft« Le Loi de la Gravité (14+)
von Olivier Sylvestre (Kanada)
aus dem kanadischen Französisch von Sonja Finck
Theaterstückverlag Korn-Wimmer, München

Begründung der Jury:
Dom und Fred sind unterschiedlich und doch haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie fühlen sich fremd. In der Kleinstadt, in der Schule und in ihrem Körper. Dom als Mädchen geboren. Fred bei der Geburt als Junge identifiziert. Beide suchen nach sich selbst und ihrem Platz in der Welt. Sie blicken sehnsüchtig Richtung Stadt, von der sie sich die große Freiheit versprechen. Gemeinsam beschließen sie, am Ende des Schuljahres über die Brücke zu gehen, die in die Stadt führt. Aber bis es soweit ist, vergeht noch ein ganzes Jahr.
Das Stück handelt von zwei sympathischen Figuren, die sich nicht so leicht in die Kategorien Frau und Mann einsortieren lassen. Dom und Fred erzählen ihre Geschichte in Erzählpassagen und in dialogischen Situationen. Sie wechseln schnell und unkompliziert zwischen diesen Ebenen. So können sich die Stimmen der anderen, die über ihre Person urteilen, nicht ausbreiten. Dom und Fred suchen unbeirrbar in sich selbst und miteinander
nach ihrer Identität und gehen konsequent ihren Weg. Olivier Sylvestre nutzt klare und verständliche Bilder, wie die Brücke zum anderen, Glück versprechenden Ufer – was da genau auf Dom und Fred wartet, bleibt ein Geheimnis.

Ein wichtiger Theatertext für Jugendliche mit starken Figuren, die sich wegen ihrer Geschlechteridentität nicht als Außenseiter behandeln lassen.

 

»Concord Floral« (14+)
von Jordan Tannahill (Kanada)
aus dem kanadischen Englisch von Frank Weigand
henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag, Berlin

Begründung der Jury:
Concord Floral heißt das riesige, verlassene Gewächshausareal zwischen der Autobahn und den Feldern. Der geheime Treffpunkt für die Teenager der Vorstadt. Auch Rose und Nearly wollen hier abhängen. Da fällt Rose das Handy in einen Schacht, direkt auf die Leiche eines Mädchens. Und das spricht sich in der Schule bald rum. Obendrein wird Nearly von einer Unbekannten mit Roses Telefon angerufen. Ein Nervenkrieg beginnt, doch keiner glaubt ihr. Sie wird ausgegrenzt. Dann stellt sich heraus, dass ihre ehemalige Mitschülerin Bobbie James die unbekannte Anruferin ist. Rose und Nearly hatten ihr einst aus einem nichtigen Grund übel mitgespielt. Die vermeintliche Leiche entpuppt sich schließlich als Bobbys rotes Sweatshirt, weswegen sie in der neunten Klasse von den beiden gemobbt worden war. Zehn Figuren erzählen die angebliche Mordgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. So entsteht aus zitierten Dialogen, reflektierenden Monologen und dem Chor der Teenager ein kraftvoller Theatertext, der die Geschichte eines scheinbaren Verbrechens in analytischer Dramaturgie spannend wie einen Thriller erzählt.

Ein unterhaltsames Jugendstück und ein Plädoyer für echte Freiräume jenseits der Erwachsenen-Zivilisation, in denen Teenager auch heute noch Abenteuer erleben können.

 

Nominierungen Deutscher Jugendtheaterpreis 2018