Frankfurter Forum Junges Theater: FForwärts+machen

Teil 4+2: mit+machen und frei+machen | 29.+30. April 2022, Frankfurt am Main


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Wer entscheidet im Theater und in der Freien Szene? Wie laufen Entscheidungs- und Kommunikationsprozesse überhaupt ab – auch in Bezug auf die Stimmen junger Menschen? Von wem bist Du abhängig, wer ist von Dir abhängig? Und wie können wir solidarisch miteinander sein – auch wenn wir eigentlich immer wieder in Konkurrenz stehen?

Für ihren 4. Teil fusioniert die Tagungsreihe Frankfurter Forum Junges Theater* mit der Netzwerkinitiative Talk ohne Show** und lädt am 29.+30. April alle Interessierten ins Zoogesellschaftshaus in Frankfurt am Main ein: an einen Ort, an dem zukünftig ein neues Kinder- und Jugendtheater entstehen soll!

Mit Blick auf die Rolle von Freie/n Szene/n möchten wir mit Euch über Arbeitsbedingungen, Teilhabe, Mitbestimmung, Entscheidungsprozesse, Abhängigkeiten und finanzielle Strukturen diskutieren – auch im Kontext der Neugründung eines Kunst-Ortes für junges Publikum.
Hierfür werden Teil 2 „frei+machen“ und Teil 4 „mit+machen“ des Frankfurter Forum Junges Theater vereint, da Teil 2 pandemiebedingt im Januar 2022 nicht stattfinden konnte.

arbeiten+treffen
Die Veranstaltung ist als Arbeitstreffen konzipiert und beginnt am Freitag, 29. April um 13 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagessen und Kennenlernen. Anschließend möchten wir in parallelen Workshops über folgende Fragen nachdenken:
Wie wollen wir zusammenkommen, uns begegnen und zusammenarbeiten? Welche Stimmen sind dabei hörbar und welche (immer noch) nicht? Welche Hierarchisierungen ziehen sich durch unsere Arbeit – gerade im Hinblick auf kreative Prozesse für junge Menschen?
Bis zum Abend des 30. April wollen wir dann miteinander diskutieren, Arbeits-Sessions bestreiten, konkrete Vorhaben formulieren und mit jungen Menschen in den Austausch kommen. Wieder mit dabei ist das AB __ (Aktionsbündnis), das weiter mit Euch an der Handreichung zu diskriminierungssensibler Theaterarbeit schreiben möchte.

programm+anmeldung
Das Programm findet Ihr unten
oder zum Download hier.
Die Anmeldung ist beendet.

dabeisein+können
Uns ist bewusst, dass besonders Freischaffende sich eine solche Tagungsreise auch leisten können müssen. Wir möchten einige von Euch einladen: Wir übernehmen den Tagungsbeitrag, Reisekosten bis 150 Euro sowie eine Hotelnacht in Frankfurt vom 29. bis 30. April.
Bitte gebt bei Eurer Anmeldung an, ob Ihr diese Unterstützung in Anspruch nehmen möchtet. Die Plätze sind begrenzt, ggf. entscheidet das Los.

Außerdem: Während der Tagung sind DGS-Dolmetscher*innen anwesend und wir planen, bei Bedarf kostenlose Kinderbetreuung anzubieten – und vielleicht auch einen Zoobesuch :-)

 

Freitag, 29. April


13:00 Uhr
ankommen+mittagessen

14:00 - 17:00 Uhr
Workshop 1: "Netzwerke und Solidarität" (begrenzte Plätze, bitte bei der Anmeldung auswählen)
Eva Hartmann begleitet das gesamte Wochenende: Sie arbeitet als ausgebildete Coachin u.a. für freischaffende Performancegruppen und als Produzentin in Berlin. Gemeinsam wird sie anhand der Initiative "Talk ohne Show" mit uns Teilnehmer*innen erste Perspektivwechsel, Gedanken und Handlungsoptionen anstoßen und erarbeiten, wie wir miteinander solidarisch sind und Netzwerke bilden, wenn wir eigentlich so oft in Konkurrenz stehen.

Workshop 2: "Theater als adultistisches System" (begrenzte Plätze, bitte bei der Anmeldung auswählen)
Die Darstellenden Künste für junges Publikum sind seit jeher eingebunden in ein komplexes Spannungsverhältnis der Generationen. Sowohl die theaterpädagogische Arbeit als auch die inszenatorische Praxis sind dabei stark geprägt von gesellschaftlichen Bildern und Vorstellungen, die Erwachsene von jungen Menschen haben.
Im generationsübergreifenden Workshop nähern wir uns dem Begriff "Adultismus" und diskutieren Haltungen und Arbeitsweisen in der gemeinsamen Theaterpraxis von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Wie wird das Theater zu einem Ort, an dem auch Kinder und Jugendliche als selbstbestimmte Künstler*innen – als Regisseur*innen, Dramaturg*innen, Autor*innen, Vermittler*innen, Bühnenbildner*innen etc. – betrachtet, gehört, gesehen und gefördert werden? Welche Haltungen und Arbeitsweisen erfordert eine gemeinsame Theaterpraxis?
Geleitet und moderiert wird der Workshop von Thalia Schoeller, Larissa Probst und Pauri Röwert. Zum Workshop sind Jugendliche und Erwachsene eingeladen!

17:30 – 18:30 Uhr
Wrap-Up der Workshops,
Informationen zum Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus durch Maike Piechot
und
Vortrag von Janina Benduski, Programmdirektorin und kooptiertes Vorstandsmitglied des LAFT Berlin. Sie initiierte das Performing Arts Programm und das Performing Arts Festival Berlin, ist Mitbegründerin und Kollektivmitglied von ehrliche arbeit – freies Kulturbüro und arbeitete als Dramaturgin, Produktions- und Kommunikationsleitung mit vielen Künstler*innen, Gruppen und Spielstätten. Janina engagiert sich in Berlin und bundesweit in zahlreichen kultur- und sozialpolitischen Gremien und Aktionsbündnissen.

18:30 Uhr
abend+essen

19:30 Uhr
Spazierdating durch das Zoogesellschaftshaus: "Walk with me! Denken und Vertrauen"

20:30 Uhr
get+together

Samstag, 30. April


9:30 Uhr
ankommen+kaffee

10:00 Uhr  
Kleines gemeinsames Warm-Up

10:15 - 11:45 Uhr
Arbeitsphase 1: Austausch
Was beschäftigt Euch gerade? Was gibt es zu besprechen? In vier parallelen Gruppen möchten wir uns Zeit nehmen für austausch+aktion.
Jeweils dabei sind zwei Expert*innen, die Impulse in die Runde geben und konkrete Erfahrungen mit Euch teilen können:

  • Ich und die Institution
    Wer hat welche Stimme? Was bedeuten Teilhabe und Mitsprache für junge Menschen?
    mit Sonja Vallot und Pascal Ulrich (Theaterkollektiv Mit Ohne Alles)
  • Arbeitsbedingungen und Finanzen
    Was ist meine Arbeit wert? Wie kann ich das herausfinden und Bedingungen einfordern? Wie können wir diese Bedingungen miteinander erschaffen?
    mit Melmun Bajarchuu (u.a. Netzwerk produktionsbande) und Jenny Flügge (Projektleitung Frankfurt LAB)
  • Kooperation und Konkurrenz
    Wie solidarisieren wir uns untereinander? Wer entscheidet was? Wie finden wir heraus, in welchem Maße Entscheidungsmacht wichtig für unsere Arbeit ist? Wie setzen wir sie ein?
    mit Arthur Romanowski (Kollektiv imaginary company) und Philipp Schulte (Dramaturg, u.a. für i can be your translator)
  • Kunst-Orte und Partizipation
    Wo wollen wir Kunst machen? Wer darf dabei mitreden? Was machen Orte und Räume mit unserer Arbeit?
    mit Sophie Netzer und Kerstin Reyer (Kollektiv raumarbeiterinnen)


11:45 - 12:45 Uhr
imbiss+pause

12:45 - 14:15 Uhr
Arbeitsphase 2: Aktion
Erarbeitet in Euren vier Themen-Gruppen konkrete Ideen, Utopien, Forderungen, Checklisten, ...:
etwas, das mitgenommen, weitergereicht und weiterentwickelt werden kann!
Auch hier werdet Ihr durch die Expert*innen begleitet.

14:15 - 14:45 Uhr
kaffee+kuchen

14:45 - 16:00 Uhr
Wrap-Up der Arbeitsphasen: Teilt Eure Skills, Thesen, Beobachtungen!

16:00 - 16:15 Uhr
kaffee+pause 

16:15 - 17:30 Uhr
netzwerk+initiative
Nach dem Treffen ist vor dem Treffen: Hier sind alle eingeladen, die an einer weiteren Vernetzung innerhalb von "Talk ohne Show" interessiert sind:
Eva Hartmann resümiert mit uns die vergangenen zwei Tage und wir schauen in die Zukunft: Wie geht’s weiter mit "Talk ohne Show", mit Zusammenarbeit und Solidarität in Freie/n Szene/n?

16:15 - 17:30 Uhr
offenes Redaktionsbüro des AB __ (Aktionsbündnis)

 

* Das Frankfurter Forum Junges Theater: FForwärts+machen ist eine Veranstaltungsreihe des KJTZ in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sowie dem Staatstheater Mainz, der Netzwerkinitiative "Talk ohne Show" und der Dramaturgischen Gesellschaft (Teilveranstaltungen).
Es wird gefördert durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke, vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, den Deutschen Literaturfonds sowie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

** "Talk ohne Show" ist eine Initiative für choreografisch und performativ arbeitende Künstler*innen im Theater für junges Publikum, ins Leben gerufen von Wicki Bernhardt, Wera Mahne, Janna Pinsker und Lisa Zehetner. Im letzten halben Jahr fanden offene digitale Treffen unter dem Label statt, aus denen das Bedürfnis nach mehr Austausch, Vernetzung und Aktion entstanden ist. "Talk ohne Show" wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR - Hilfsprogramm Tanz.

PINSKER+BERNHARDT erhalten die Mehrjahresförderung der Stadt Frankfurt am Main.