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Publikationen

Schneider, Wolfgang Loewe, Felicitas (Hrsg.):
Theater im Klassenzimmer.
Wenn die Schule zur Bühne wird
Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2006. 103 Seiten
ISBN 3-8340-0046-9
Zur Zeit vergriffen!

Im Klassenzimmer treffen sie aufeinander. Schüler und Schauspieler. Am gewohnten Ort passiert Ungewohntes. Das irritiert denn normalerweise findet Theater im Theater statt. Aber seitdem das Kinder- und Jugendtheater eine neue Spielstätte entdeckt hat, ist im Unterricht Dramatisches zu erleben. Zwischen Tischen und Stühlen, Pult und Tafel entstehen fremde und bekannte Welten, werden realistische und fantastische Geschichten erzählt. Es geht um die Zeichen der Zeit, um kreative Kommunikation, im besten Falle um ästhetische Bildung. Dem Phänomen " Theater im Klassenzimmer" ist dieses Buch gewidmet. Es dokumentiert Stücke und Inszenierungen, lässt Autoren und Regisseure zu Wort kommen und berichtet von den theaterpädagogischen Programmen.

Lehrerinnen und Lehrer können sich erstmals einen Überblick verschaffen und Anregungen für die Theaterarbeit als Unterricht sammeln. Künstlerinnen und Künstler des Theaters erhalten wichtige Informationen über Repertoire und Spielweisen. Das Theater scheint dort angekommen zu sein, wo es (auch) hingehört. Die Wiederentdeckung der Schulkultur? Denn Schule kann auch unterhaltsam sein vor allem dann, wenn im Klassenzimmer Theater gespielt wird. 

Nick Wood  

Die Rolle der Schüler als Zuschauer 

 Wenn ich zum Beispiel ein Stück schreiben würde, in dem sich George Bush in Den Haag für Kriegsverbrechen verantworten müsste, die seinem Krieg mit dem Irak geschuldet sind, würde das in einem Theater aufgeführt werden. Die Zuschauer könnten sich dann entscheiden zu kommen oder weg zu bleiben, und diejenigen, die die Sache grundsätzlich anders sehen, würden die Aufführung eben nicht besuchen. In Schulen ist das anders. Wenn ein Theaterstück in einer Schule gezeigt wird, haben die Zuschauer selten die Wahl, ob sie es besuchen wollen oder nicht. Wenn dieses Theaterstück eine Sichtweise transportiert, die der einiger Schüler nicht entspricht, sagt niemand zu ihnen: „Das Stück, das ihr heute sehen werdet, vertritt eine andere Sichtweise als ihr, ich denke, es ist nur fair, wenn ihr selbst entscheidet, ob ihr es besuchen wollt oder nicht." Nein, wenn ihr Stundenplan die Aufführung vorsieht, werden sie sie besuchen und wir können uns damit brüsten, mit unserer Arbeit ihre Vorurteile auf den Prüfstand zu heben. Natürlich sagen wir das gleiche von unserer Arbeit für Erwachsene, auch wenn wir unsere erwachsenen Zuschauer bestenfalls ein bisschen er¬schrecken denen rennen wir doch offene Türen ein.  

Die jungen Leute haben keine Wahl, ob sie unsere Aufführungen besuchen, und es kann sein, dass sie ganz andere Vorstellungen über die Welt haben als wir, aber wenn sie inmitten eines Publikums in einer Aula oder in einem Theater sitzen, sind sie Teil einer Gruppe. Zwischen ihnen und den Schauspielern ist eine Kluft, sowohl räumlich als auch durch die theatralen Konventionen, die bestehen. Und auch wenn jeder, der mit jungen Zuschauern arbeitet, da so seine eigenen Horrorgeschichten erlebt hat, meistens lässt sich doch das vereinbarte Verhalten für öffentliche Vorführungen beobachten, sie sitzen da und schauen zu, schweigend.

 Aber was passiert, wenn das Stück zu ihnen kommt, in ihren eigenen Raum? Wenn der Schauspieler mitten unter ihnen ist, sich hin und her bewegt zwischen den Tischen und Stühlen? Wenn er nicht vor einem Publikum spielt, das von sozialen Konventionen und dem traditionellen Verständnis als passivem Zuschauer zusammengehalten wird`? Was passiert, wenn ein Schauspieler ganz allein eine Gruppe junger Menschen in ihrem eigenen Klassenzimmer mit Ideen und Ansichten konfrontiert, die einigen vielleicht nicht gefallen -ohne die Sicherheiten einer traditionellen Theateraufführung? Ein Einzelner vor einer Gruppe anderer Einzelner ein Fremder in ihrem Terrain. Als Autor musste ich das bedenken, man schmeißt niemanden den Wölfen zum Fraß vor, nicht einmal Schauspieler.