shemaleup.net
xfetish.club
site-rips.club
sexvr.us

Publikationen

Fangauf, Henning Sting, Wolfgang (Hrsg.):
Schreibwerkstatt Kindertheater.
Beiträge und Gespräche zur zeitgenössischen Dramatik.
Hildesheim: Universität Hildesheim 1996. 163 Seiten
ISSN 0944-7970
Vergriffen!

Über 2 Millionen Kinder besuchen jährlich in Deutschland Theateraufführungen, die eigens für diese Altersgruppe geschrieben und inszeniert wurden. Die deutschen Kindertheater eröffnen Jahr für Jahr mit über 500 Premieren den Kindern- und Jugendlichen einen Zugang zur Darstellenden Kunst. Aber ohne Stücke kann es kein Theater geben und ohne Autorinnen und Autoren keine Stücke. Die von Henning Fangauf und Wolfgang Sting herausgegebene Neuerscheinung " Schreibwerkstatt Kindertheater" geht der Frage nach, wie die Stücke für das Kindertheater entstehen, wie sie sich definieren lassen und geschrieben werden. Sie widmet sich damit einem bisher wenig beachteten Problemfeld. Im Mittelpunkt der Publikation stehen Selbstaussagen zeitgenössischer Autorinnen und Autoren, u.a. von Tankred Dorst, Ingeborg von Zadow und Christian Martin zur Genese ihrer Theaterstücke. Eingeleitet wird das Buch, das in der Schriftenreihe MuTh (Medien und Theater) der Universität Hildesheim erschienen ist, mit jeweils einem historischen und einem theoretischen Beitrag zur Bedeutung der Autorenschaft im Kinder- und Jugendtheater. Von der Nachwuchsautorin Melanie Peter (Hildesheim) ist das Kinderstück " Bogumil, Riese, sucht..." aufgenommen worden. Zwei ausführliche Werkstattberichte, u.a. nimmt darin erstmals die renommierte Theatergruppe Pilkentafel aus Flensburg ausführlich Stellung zur eigenen Arbeit, schließen das Buch ab.

Ingeborg von Zadow Das Innere wird öffentlich gemacht   Ein Gespräch mit der Theaterautorin und Regisseurin Ingeborg von Zadow Würdest Du einen Zusammenhang zwischen Deiner eigenen Kindheit und Deinem heutigen Interesse am Kindertheater sehen?   Ja. Ich glaube, ich habe als Kind alles sehr intensiv erlebt. Ich war gerne Kind. Ich habe sehr viele unterschiedliche Sachen gemacht, hatte sehr viele Freiheiten, konnte dem nachgehen was mich interessiert hat. Bis zur siebten Klasse war ich auf sehr guten Schulen, in den U.S.A. und in Belgien. Von dort kamen viele Anregungen gerade auch im Theaterbereich. Da gab es Lehrer, die mich unterstützt und herausgefordert haben - welche die gesagt haben, gut, wenn du diese Idee hast und das machen willst, dann versuch das und dann sehen wir, was daraus wird. Wir haben viel selber gespielt. Ich habe dann angefangen eine Theatergruppe zu planen, Bühnenzeichnungen zu machen, Stücke zu entwerfen. Zunächst waren das natürlich bloß Sketche, oder das was ich dafür hielt, später dann der Versuch einfach ein Buch, das mich fasziniert hat, in ein Theaterstück umzuschreiben. [...] Was ist denn der Anlaß, der Dich zum Schreiben treibt?   Sich über eigene Zustände und Konflikte klarwerden, auch Momente festhalten. Schreiben ist für mich eine Methode nachzudenken und den ganzen Gedanken- und Gefühlswust in eine Form zu bringen, eine überschaubare Form. Es ist natürlich nicht unbedingt so, daß damit die Probleme oder Konflikte, mit denen man sich auseinandergesetzt hat, im richtigen Leben aus der Welt geschafft sind. Aber man kann anders weitergehen, wenn man erkannt hat, woran man immer hängen bleibt, wenn man beginnt über sich oder seine Vergangenheit zu lächeln. [...] Welchen Anteil haben die Kinder in Deinen Überlegungen? In den Anfängen des zeitgenössischen Kindertheaters standen sie als aufgeweckte, der Zukunft zugewandte Figuren im Mittelpunkt der Stücke. Ergreifst Du Partei für sie, gibt es etwas, wofür Du Partei ergreifen kannst?   Ich glaube nicht, daß ich speziell für Kinder Partei ergreife. Die Figuren sind keine Kinderfiguren. Nein, es ist eher eine Parteilichkeit für denjenigen, der gerade irgendein menschliches Problem hat, der sich mit etwas auseinandersetzen muß, der mit etwas fertig werden muß. Und das können sowohl Kinder als auch Erwachsene sein. Die Widersprüche dieser Welt spüren sie genauso wie die Erwachsenen. Ich habe keine Lösung, ich will die Welt nicht verschönert darstellen. Aber ich kann für Sympathie werben, ich ergreife Partei für Mitmenschlichkeit, fürs Verstehen von einander. Ich kann versuchen, die Phantasie anzuregen. Das macht mir Spaß und den Kindern auch. Und den Erwachsenen natürlich, wenn sie es nicht verlernt haben, sich hineinzubegeben. Wenn man sich freut oder bei etwas mitfühlt, hat man doch Zeit sinnvoll verbracht. Du liebst die kleine sehr konzentrierte Form. Deine Stücke finden an einem Ort mit einem überschaubaren Personal statt. Wie stehst Du zu dieser dramaturgischen Grundform, nach der Deine Stücke geschrieben sind?   Sie gefällt mir. Ich habe in diesen ersten drei Stücken versucht alles auf das Wesentliche zu reduzieren. Die Sprache, die Anzahl der Figuren, den Raum, die Requisiten. Ich wollte da nur haben, was ich wirklich brauche, um die Geschichte zu erzählen. Dabei habe ich festgestellt, daß man im Grunde wirklich nicht viel braucht. Eines der schönen Sachen am Theater ist ja, daß man die ganze Welt aus fast nichts entstehen lassen kann.   Ich glaube, ich habe angefangen so zu reduzieren, weil ich oft im Theater saß und gedacht habe, was machen die eigentlich mit dem ganzen Zeug da oben. Man kann sich leicht in Details verlieren und dann verschwinden die Schauspieler hinter den Requisiten oder in den Kostümen oder werden vom Bühnenbild erdrückt und man sieht die Menschen nicht mehr. [...] Das Gespräch wurde im März 1996 geführt  Ingeborg von Zadow, geboren 1970, hat mehrere Theaterstücke für Kinder und Erwachsene im Verlag der Autoren, Frankfurt am Main veröffentlicht. Sie lebt in Berlin. Henning Fangauf