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Publikationen

Taube, Gerd (Hrsg.):
STÜCK-WERK 2.
Deutschsprachige Autoren des Kinder- und Jugendtheaters
Berlin: Theater der Zeit und Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 1998. 168 Seiten
ISBN 3-9805945-3-X, ISSN 0040-5418

Nach neun Jahren kontinuierlicher Autorenförderung für das Kinder- und Jugendtheater werden mit diesem Arbeitsbuch erstmals mehrere Autorengenerationen des Kinder- und Jugendtheaters in Porträts, Gesprächen und Essais vorgestellt. Der Band umfaßt Beiträge über zweiunddreißig deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz, aus Österreich und Belgien, die das Repertoire und die Ästhetik des Kinder- und Jugend-theaters der neunziger Jahre maßgeblich prägen. Dabei sind Nachwuchsautoren ebenso wie namhafte Autoren des deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheaters porträtiert.

Damit liegt eine Publikation vor, wie es sie bisher nicht gab, und es werden Lücken geschlossen, die einschlägige Autorenverzeichnisse und Lexika aufweisen. Das Arbeitsbuch ist aber mehr als ein Dramatikerlexikon, denn die Autoren nähern sich den Dramatikern in ihren Beiträgen auf verschiedene Weise und betrachten sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Junge Regisseure und Dramaturgen schreiben über ihre ganz persönliche Arbeitsbegegnung mit dem Œuvre der "alten Hasen" . Gestandene Theaterkritiker und Wissenschaftler beschreiben ihre Eindrücke von dem Schaffen und den Persönlichkeiten einer jungen Autorengeneration. Theaterleute betrachten das Werk von Autoren aus ihrer eigenen Generation, schildern ihre Beziehung zu den Theatertexten und zu deren Autoren. So wird das Spektrum der Autoren des Kinder- und Jugend-theaters umrissen.

Vorwort

Lesarten

Nach neun Jahren kontinuierlicher Autorenförderung für das Kinder- und Jugendtheater stellt das Kinder- und Jugendtheaterzentrum mit vorliegendem Arbeitsbuch erstmals mehrere Autorengenerationen des Kinder- und Jugendtheaters in Porträts, Gesprächen und Essais vor. Damit legen wir eine Publikation vor, wie es sie bisher nicht gab, und schließen auch die Lücken, die einschlägige Autorenverzeichnisse und Lexika aufweisen. Das Arbeitsbuch ist aber mehr als ein Dramatikerlexikon. Wir konnten für die Beiträge dieses Bandes Autoren gewinnen, die sich den zu porträtierenden Dramatikern auf verschiedene Weise nähern und sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Da schreiben junge Regisseure und Dramaturgen über ihre ganz persönliche Arbeitsbegegnung mit dem Œvre der „alten Hasen“. Da beschreiben gestandene Theaterkritiker und Wissenschaftler ihre Eindrücke von dem Schaffen und den Persönlichkeiten einer jungen Autorengeneration. Da betrachten Theaterleute das Werk von Autoren aus ihrer eigenen Generation, schildern ihre Beziehung zu den Theatertexten und zu deren Autoren. So wird das Spektrum der Autoren des Kinder- und Jugendtheaters umrissen.

Wir haben zweiunddreißig deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz, aus Österreich und Belgien ausgewählt, die das Repertoire und die Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters der neunziger Jahre maßgeblich prägen. Wir haben uns sowohl für Nachwuchsautoren als auch für namhafte Autoren des deutschsprachigen Kinder- und Jugendtheaters entschieden. Dabei waren die Aufführungszahlen der Stücke dieser Autoren weniger entscheidend als die innovative Kraft der Texte und die Persönlichkeit der Autoren. Somit steht das Porträt des noch unbekannten Debütanten neben dem Essay über einen wohlbekannten Prominenten. Das Arbeitsbuch soll mit der Auswahl der zu porträtierenden Autorinnen und Autoren und mit der Auswahl der Beitragsautoren die Möglichkeit eröffnen, in der Zusammenschau der Beiträge die Generationen in Beziehung zu setzen. Überdies ergeben sich Verknüpfungen, wenn über die Zusammenarbeit von Autoren aus der unterschiedlichen Perspektive der einzelnen Porträts berichtet wird. Gleichzeitig wird das Bild von einem heterogenen Repertoire des Kinder- und Jugendtheaters gezeichnet, dessen klassische Stücke in der Mehrzahl von lebenden Autoren stammen und dessen neue Akzente in dieser Dekade ganz wesentlich auch von einer neuen Autorengeneration ausgegangen sind.

Das Problem von Klassikern und Nachwuchsautoren stellt sich im Theater für Erwachsene als epochale Frage von Jahrhunderten, im Kinder- und Jugendtheater schrumpft die zeitliche Distanz zwischen den Klassikern und den Debütanten auf das überschaubare Maß von Dekaden. Wenn Werner Schulze-Reimpell anfangs der neunziger Jahre feststellte, das deutsche Stadttheater gehöre längst nicht mehr den Lebenden, sondern den Klassikern, so läßt sich für das deutsche Kinder- und Jugendtheater konstatieren, daß es sich sowohl in den Händen der lebenden Klassiker als auch in denen der Nachwuchsautoren befindet. Die Klassiker des Kinder- und Jugendtheaters gehören noch lange nicht ins Museum, aber ohne neue Stücke von neuen Autoren wäre das Kinder- und Jugendtheater nicht so vital. Das Repertoire des Kinder- und Jugendtheaters wächst noch immer, die Stücke der Klassiker schweben nicht jenseits des dramaturgischen Horizonts, sondern bilden den unverzichtbaren Grundstock für dieses Repertoire. Nicht zu vergessen die Vielzahl von ausländischen Autoren, die in Übersetzungen einen stabilen Eckstein der dramatischen Literatur für das deutschsprachige Kinder- und Jugendtheater bilden. [...]

Die Porträts erschöpfen sich nicht in biographischen und bibliographischen Fakten. Sie geben vielmehr Einblick in die Entstehungsweise von Texten für das Kinder- und Jugendtheater. Sie reflektieren die Vielfalt der Schreibstrategien und die Verschiedenheit der Schreib-Arbeit von Autorinnen und Autoren. Zwischen den beiden Polen des „klassisch“ im Alleingang produzierenden Schreibers und Dichters und des durch den Produktionsprozeß des Theaters inspirierten Auf-Schreibers und Ver-Dichters bewegen sich die Modelle des Schreibens für Kinder- und Jugendtheater, die dieser Band vorstellt. Auffällig ist die stete Wechselwirkung von Autor und Theater, die von fast allen porträtierten Autorinnen und Autoren gesucht und gebraucht wird. Den allgemeingültigen Typus des Autors für das Kinder- und Jugendtheater wird man aus den versammelten Porträts gewiß nicht extrahieren können. Genausowenig wie von einer speziellen Produktionsweise für Theater-Texte im Kinder- und Jugendtheater ausgegangen werden kann. Aber vielleicht sind sich Autoren und Theater im Kinder- und Jugendtheater etwas näher, als dies in den anderen Sparten des deutschen Theaters des Fall ist. [...]

Theater-Texte haben ihren eigenen Prüfstein - die Bühne und das Publikum. Deshalb ist die Förderung von Dramatikern durch Stipendien, Werkstätten, Preise, öffentliche Präsentation und Reflexion nur eine Seite der Medaille. Erst die Aufführung, der Erfolg beim Publikum und das Nachspielen der Texte machen aus einem Theater-Text ein Theater-Stück. Unser Arbeitsbuch spiegelt die eine Seite der Medaille, es handelt von den Autoren und ihren vielfältigen Beziehungen zum Theater. Die andere Seite der Autorenförderung läßt sich kaum zwischen zwei Buchdeckeln darstellen. Ihrer muß man in den Vorstellungen der Kinder- und Jugendtheater landauf landab ansichtig werden.

Gerd Taube