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Publikationen

Franz-Josef Payrhuber unter Mitarbeit von Henning Fangauf (Hrsg.):
Jugendtheaterstücke der Gegenwart.
Zwölf Unterrichtsmodelle zur Jungen Dramatik für die Sekundarstufen
Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren GmbH 2012. 258 Seiten
ISBN 978-3-8340-1097-1
Vergriffen

Das Theater  für ein junges Publikum ist seit Mitte der 90er Jahre ein anerkannter Teil der Theaterkultur in Deutschland geworden. Eine neue Generation von Autorinnen und Autoren schreibt auf hohem literarischem und theaterästhetischem  Niveau eine Junge Dramatik, deren Themen die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen  betreffen und ein Spiegel für ihre Lebensfragen, Lebenserfahrungen und  Handlungsmöglichkeiten sind.

Jugendspezifische  Thematik, moderne dramatische Formen sowie Bühnenrelevanz qualifizieren die Stücke der Jungen Dramatik zum attraktiven Unterrichtsgegenstand. Dieser Band ist ein nachdrückliches Plädoyer, das Curricullum Drama und Theater in allen Klassen der Sekundarstufen um die Junge Dramatik zu bereichern. Dafür wird in jedem Themenbereich ein Überblick über das Repertoire an Jugendtheaterstücken gegeben, die gegenwärtig zur Auswahl stehen, und es sind ausführliche Modelle zu zwölf Stücken aufbereitet:

- zu den ZeitstückenCreeps und Aussetzer von Lutz Hübner, Lilly unter den Linden von Anne C. Voorhoeve, Bikini von Tina Müller, Klamms Krieg von Kai Hensel, norway.today von Igor Bauersima

- zu den Adaptionen klassischer Stoffe Nathans Kinder von Ulrich Hub und F.A.u.s.T. von Paul Maar und Christian Schidlowsky

- zu den Bearbeitungen mythischer und sagenhafter Stoffe Freund Till, genannt Eulenspiegel von Katrin Lange und Um Himmels Willen, Ikarus! von Christian Schidlowsky, Benedikt Neustein und Claus Overkamp

- zu den Fabel- und Märchenstücken Die besseren Wälder von Martin Baltscheit und Nachtschwärmer von Thomas Oberender.

In den Modellen wird großer Wert gelegt auf eine inhaltliche, thematische und formale Analyse der Stücke, um sowohl ihre Eignung als Medien sozialen und politischen Lernens wie einer literatur- und theaterästhetischen Bildung deutlich zu machen. Ausführliche unterrichtspraktische Anregungen und aus Erprobungen resultierende Erfahrungen, die dem Konzept einer aufführungsbezogenen Dramenlektüre verpflichtet sind, zeigen Möglichkeiten der Umsetzung im Unterricht.

Das Theater für Jugendliche hat sich emanzipiert. Längst ist es aus seinen Kinderschuhen eines einzig und allein themenzentrierten Problemtheaters hinausgewachsen. Es ist vielseitiger, anspruchsvoller und künstlerischer geworden und kann sich zu Recht als ein anspruchsvolles Junges Theater bezeichnen. Eine Vielzahl von Autorinnen und Autoren schreibt für das Junge Theater. Regie, Schauspiel und Dramaturgie sind ständig auf der Suche nach herausfordernden Stücken und aktuellen Konzepten einer zeitgemäßen Spielweise. Das Junge Theater ist mehr und mehr zu einem der wichtigsten künstlerischen Felder für die Bühnen in Deutschland und ihr Publikum geworden.

Im Jahre 2002 erschien, in Ergänzung und Weiterführung von Reclams Kindertheaterführer, erstmals der ebenfalls vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland herausgegebene SchauspielführerJugendtheaterstücke, eine Loseblattsammlung mit 19 Besprechungen, die seitdem jährlich um etwa sechs bis acht Beschreibungen aktueller Stücke für ein Junges Theater ergänzt wird. Obwohl dieser Theaterführer nur eine Auswahl aus dem insgesamt viel umfangreicheren Repertoire thematisch, literarisch und theatralisch anspruchsvoller Stücke berücksichtigen kann, dokumentiert er eindrucksvoll die lebendige Theaterkultur für ein junges Publikum.

Auch der Schule steht dieses Repertoire mit seinen jugendspezifischen Themen und modernen dramatischen Formen offen. Sie kann hier attraktive neue Inhalte für ihr dramen- und theaterdidaktischen Curriculum entdecken. Dabei geht es nicht darum, die Junge Dramatik gegen das Drama und Theater für Erwachsene, das " klassische" so wenig wie das zeitgenössische, auszuspielen, sondern sie als eine Chance zu begreifen, die Beschäftigung mit Drama und Theater im Unterricht zu bereichern, und zwar in allen Jahrgängen der Sekundarstufen.

Unser Buch will motivieren, diese Chance zu nutzen. Überblicke über das Stücke-Repertoire aus vier Bereichen – Zeitstücke, Bearbeitungen klassischer Stoffe, Mythen- und Sagenstoffe, Fabel- und Märchenstücke – dienen einer elementaren Orientierung. In den Modellen, die das Kernstück ausmachen, werden sodann zwölf Jugendtheaterstücke ausführlich vorgestellt und für die Unterrichtspraxis aufbereitet, bei einigen von ihnen kann auch von Unterrichtserfahrungen berichtet werden. Kurz-Porträts der Autorinnen und Autoren dieser Stücke und eine themenbezogene Bibliographie geben ergänzende Hinweise.

Nachdrücklich zu danken habe ich Henning Fangauf, dem stellvertretenden Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums der Bundesrepublik Deutschland in Frankfurt a. M. für seine wertvolle beratende und aktive Mitarbeit bei der Konzeption und Ausführung dieses Buches. Seine Originalbeiträge sind als Zitate mit Namenssigle gekennzeichnet bzw. in den Fußnoten eigens ausgewiesen.

Zu danken habe ich auch Schülerinnen und Schülern der Gustav Heinemann Gesamtschule Borken (Hessen), die einige der Jugendtheaterstücke gelesen und sich mit ihnen auseinandergesetzt haben, sowie ihren Lehrerinnen Jana Bäger, Stefanie Lange, Christine Hembd und Christine Sperlich, die Behandlungsmöglichkeiten der Stücke in ihrem Unterricht erprobt und die Ergebnisse zur Verfügung gestellt haben.

Worms, im Juni 2012                Franz-Josef Payrhuber