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Publikationen

Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland:
JUGENDTHEATERSTÜCKE. Ein Schauspielführer.
109 ausgewählte und kommentierte Stücke in einem Sammelordner. 10. Aufl. Fangauf, Henning (Zsst. und Bearb.)
Frankfurt (Main): Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland 2011. vergriffen
ISBN 3-930759-19-5

Mit JUGENDTHEATERSTÜCKE gab das Zentrum im Sommer 2002 einen Schauspielführer in Form einer Loseblattsammlung heraus. Diese Publikation wird ständig aktualisiert und jährlich werden fünf bis sechs neue, vielgespielte Stücke, sowohl für das professionelle als auch für das Amateurtheater geeignet, besprochen, ihr Inhalt beschrieben und in das Register (u.a. mit Schlagworterfassung) des Gesamtwerkes aufgenommen.

Mittlerweile sind 109 ausgewählte und kommentierte Stücke in diesem Gesamtwerk aufgeführt.

Vorwort zur 10. Auflage

Vom Jugendtheater zum Jungen Theater

 

Vor zehn Jahren erschien die erste Auflage von JUGENDTHEATERSTÜCKE. Wir gaben der Publikation damals den Untertitel "Ein kleiner Schauspielführer". 40 Stücke des Theaters für jugendliches Publikum wurden darin beschrieben. 

In der nun vorliegenden zehnten Auflage können Sie Beschreibungen von 96 Stücken finden. Das Adjektiv "klein" haben wir mittlerweile gestrichen. Die JUGENDTHEATERSTÜCKE sind gewachsen und haben ihre Leserschaft gefunden, darunter zahlreiche Abonnenten, die von unserem Angebot Gebrauch machen, sich auf diese Art und Weise über die aktuellen Neuerscheinungen im Bereich des Jungen Theaters zu informieren.

In meinem Vorwort zur Erstauflage 2002 schrieb ich: "Wenn wir vom Jugendtheater sprechen haben wir die aufklärerischen Themenstücke der 70er und 80er Jahre vor Augen. Für dieses emanzipatorische Theater stehen so bekannte Titel wie "Das hältste ja im Kopf nicht aus" von Volker Ludwig, 1975 am Berliner Grips Theater uraufgeführt oder "Was heißt hier Liebe?" vom Ensemble des Theaters Rote Grütze, uraufgeführt 1976. Als Jugendtheater wurden jene Stücke und Inszenierungen bezeichnet, die die speziellen Probleme und Lebensgefühle von Jugendlichen in einem gesellschaftlichen Kontext behandelten und dafür eine realistische, teils am Kabarett angelehnte, meistens musikalische Spielweise fanden."

Dieser Blick in die Geschichte hat nach wie vor Bestand, aber seitdem hat sich vieles geändert und weiterentwickelt. Die Stücke und Spielweisen für Jugendliche sind thematisch vielfältiger und sprachlich anspruchsvoller geworden. Die Stücke werden von einer neuen Generation von Dramatikerinnen und Dramatikern geschrieben, die sich selbstbewusst als Autoren der Dramatischen Kunst und nicht als Außenseiter verstehen, die einer besonderen, eventuell sogar erzieherischen Mission nachgehen. Die Stücke des heutigen Jungen Theaters gehören zum Repertoire der dramatischen Literatur. Sie werden auf großer wie kleiner Bühne, im Stadttheater und bei den Freien Gruppen gespielt, sie finden Anklang im Schultheater und werden im Deutschunterricht gelesen.

Wenn wir von der Entwicklung des Jugendtheaters hin zu einem Jungen Theater sprechen, dann müssen wir in diesem Zusammenhang den Berliner Autor Lutz Hübner erwähnen. 1996 erschien sein Erfolgsstück "Das Herz eines Boxers" und seitdem hat er an die 40 Stücke, vorwiegend für Jugendliche, geschrieben. Wie kein anderer Autor führt er uns Menschen vor, die wir kennen und denen wir – weil wir ahnen, es könnten auch wir gemeint sein – sowohl in ihrem Scheitern als auch in ihren glücklichen Momenten mit großer Aufmerksamkeit zuschauen. Der Autor Lutz Hübner ist der Protagonist des aktuellen Theaters für junge Menschen.

Aber das Spektrum der Autorinnen und Autoren, die für das Junge Theater schreiben, wird ständig größer. In unserem Fall reicht es von Thomas Ahrens, seit 1975 Schauspieler und Autor des Berliner Grips-Theaters bis zu der hochgelobten Romanautorin Juli Zeh. Die Sprache der Stücke reicht von erzählerischer Wortfülle und detaillierter Beschreibung bis hin zu reduzierten Sprachcodes moderner Kommunikationsformen. Laura de Weck läßt die Jugendlichen in ihrem Stück "Lieblingsmenschen" sich in modischen SMS-Codes ausdrücken.

Das eine und immer wiederkehrende Thema des Jungen Theaters, nämlich "Wer bin ich?" wird neu und immer wieder neu gewendet und vor allem die Frage gestellt: "wie will ich sein"? Die Identitätssuche ist das ureigenste Thema der Dramatik, und ganz besonders ist es das im Jungen Theater.

Auch in dieser aktualisierten Auflage finden Sie weiterhin die bewährte Struktur der bisherigen Ausgaben. Auf jeweils einem Blatt wird ausführlich der Inhalt des Stückes beschrieben, finden Sie Primärtexte der Autoren, Stück- und Pressezitate und sachliche Informationen über die Besetzung und Rollen, die Uraufführungen und die Verlage, bei denen Sie das Stück bestellen können. Das Schlagwortverzeichnis gibt, neben der alphabetischen Autorenauflistung, eine zusätzliche, thematische Orientierungsmöglichkeit.

Henning Fangauf, August 2011