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Publikationen

Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.):
Reclams Kindertheaterführer.
100 Stücke für eine junge Bühne
Stuttgart: Reclam 1994. 378 Seiten
ISBN 3-15-010405-X
Vergriffen!

Mit Reclams Kindertheaterführer wird endlich eine Lücke in der Literatur der Nachschlagewerke geschlossen. 100 Stücke des modernen Kindertheaters sind ausführlich in ihrem Inhalt sowie ihrer Werk- und Inszenierungsgeschichte beschrieben. Ebenfalls verzeichnet wurden, neben denen der Autoren aus Deutschland, wichtige Stücke des Auslands,die Eingang gefunden haben in die Spielpläne der deutschen Theater und dort immer wieder zu finden sind. Reclams Kindertheaterführer vereint erstmals auch in einem Band die Beschreibung der wichtigsten Stücke des DDR-Kindertheaters mit denen Westdeutschlands. Somit Kann Reclams Kindertheaterführer auch als ein Stück Theatergeschichte gelesen werden.

Neben den Inhaltsangaben gibt ein ausführlicher Informationsblock zu jedem Stück Auskünfte über die Besetzung, nennt Ort und Datum der Uraufführung, informiert über die Aufführungsrechte, die Übersetzungen und verweist auf weiterführende Literatur. Zahlreiche ausführliche Autorenporträts, über vierzig Abbildungen sowie ein Beitrag von Wolfgang Schneider über die Geschichte des modernen Kindertheaters runden Reclams Kindertheaterführer ab.

Zur Geschichte des Kindertheaters in Deutschland

Kindertheater meint jene szenischen Darbietungen mit Kindern und/oder für Kinder, die sich der Mittel des Genres Theater mit Sprache und Gestik, Kostümen und Masken, Kulissen und Requisiten bedienen. Seine Anfänge wurzeln im " didaktischen" Theater, das durch mimische Aufarbeitung den Schulunterricht zu bereichern versuchte. Die Ursprünge dieser Variante des Schulspiels lassen sich nicht exakt datieren. Der elsässische Schriftsteller und Fabelautor Gottlieb Konrad Pfeffel (1736 bis 1809) wurde mit seinem 1769 erschienenen Kinderspielen als „einer der ersten, wenn nicht der erste Begründer der dramatischen Kinderliteratur“ (Jacob Minor) angesehen. Pfeffels Stücke wurden von Kindern aufgeführt und waren Ausdruck eines sich festigenden bürgerlichen Weltbilds, das sich seines Gegensatzes zu den herrschenden Zuständen bewußt war. Ein anderer Vorreiter des Kindertheaters war Christian Felix Weiße (1726 bis 1804), der Herausgeber des Kinderfreund, der ersten Kinderzeitschrift. Weiße wandte sich mit seinen Dramoletts, kleinen realistischen Kinderschauspielen, an das aufgeklärte Bürgertum, an die Kinder einer aufstrebenden Klasse. [...]

Neben diesem rein didaktischen Theater gab es die Kinderpantomime als zweite Entwicklungslinie des Kindertheaters. Bis ins späte Jahrhundert hinein führten meist reine Kindertruppen romantische Ballette als choreographische Ausstattungsstücke mit Musik auf. Die Erwachsenenwelt ergötzte sich dabei an den graziösen Verniedlichungen auch von Werken der Klassiker. Doch immer mehr verkamen die Aufführungen zu operettenhaften Travestien. [...]

(Auszug aus dem Vorwort)

Ad de Bont

Geboren 1949 in Waspik (Brabant), Studium an der Pädagogischen Hochschule mit zusätzlicher Ausbildung in Spiel- und Theaterpädagogik in Amsterdam. Zwei Jahre lang Lehrer an einer Grundschule. 1972-75 an der Akademie für Kleinkunst, eine Art Kabarettschule. Ab 1975 Schauspieler bei verschiedenen niederländischen Theatergruppen. 1980 Mitbegründer des Freien Theaters Mevrouw Smit. " Zunächst schreiben wir Stücke im Kollektiv, vier Leute arbeiteten miteinander an einem Text. Aber es stellte sich heraus, daß von zehn Sätzen acht von mir stammten." Zusammen mit Allan Zipson übernahm Bont 1982 die künstlerische Leitung der Toneelgroep Wederzijd. Ihre Konzeption eines Volkstheaters haben sie 1983 entwickelt und erprobt mit dem Drama „Das besondere Leben der Hilletje Jans. Dussel & Schuller folgte 1984. Neben diesem Stück entstand, inspriert durch das Theater Bina Pauschs, Robert Wilsons und Jan Fabres, die testlose, aber bilderreiche Wederzijds-Aufführung Versammlung um die Braut. Die Autoren schreiben: " Wir dachten: Warum fangen wir immer mit dem Kopf an, mit Wörtern, Ideen und Rollen“ Für uns it Kindertheater sinnliches Theater. Eine Angelegenheit des Gefühls, des Herzens, der Hände, der Augen, der Ohren, nicht nur des Gehirns. [...] Zwei bildende Künstler wurden beauftragt. Bilder für uns zu malen, die möglicherweise Anregung für eine Szene sein könnten. Mit Bildern und mit Musik fingen wir an. Die Worte sind ein Teil des Stückes, ein anderer Teil ist die Dramatrugie, und wieder ein anderer Teil die Atmosphäre, visuelle Ideen, Bewegungen, Räume, Musik." [...] " Ad de Bonts Stücke" , so Dennis Meyer, " sind – von den inhaltlichen Gründen einmal abgesehen – dazu gedacht, den Schauspielern zahlreiche Möglichkeiten zu eröfffnen, um ihre eigenen schauspielerischen Stären zu entwickeln. Hierbei ist wichtig zu weissen, daß er eine Reihe von Stücken für die Theatergruppe Wederzijds geschrieben hat. Diese Theatergruppe sieht es als künstlerische Herausforderung an, nicht in Theaterhäusern, sondern in Räumlichkeiten wie Turnhallen oder Klassenzimmern zu spielen dort also, wohin die Kinder zu kommen gewöhnt sind."