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Publikationen

Kirschner, Jürgen (Hrsg.):
Kinder- und Jugendtheater in den Medien.

Berlin: Vistas Verlag 1998. 213 Seiten
ISBN 3-89158-215-3, ISSN 0232-718X

Das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland hat seit den siebziger Jahren eine neue künstlerische Vielfalt entwickelt, aber die Stücke und Inszenierungen des Theaters für Kinder und Jugendliche werden kaum im Rundfunk gesendet, im Kino gezeigt und als Hör- und Videokassette auf den Markt gebracht
In diesem Band stellen Autoren, Produzenten und Wissenschaftler erprobte Modelle und Arbeitsweisen vor, damit diese – von der Weimarer Republik bis zur deutschen Gegenwart – ihre adäquate Fortsetzung beim heutigen Film, in Funk und Fernsehen – und den Neuen Medien finden. Ästhetische und strukturelle Fragestellungen des Medientransfers werden in den Beiträgen erörtert, die Dokumentation führt zu audiovisuellen Aufnahmen in den deutschen Sammlungen. Mit diesem Handwerkszeug läßt sich vortrefflich streiten: für mehr Kinder- und Jugendtheater auch in den Medien – und ohne Abstriche bei der künstlerischen Qualität.
Diese Publikation ist im Rahmen des Projektes " Praxishandbuch zum Kinder- und Jugendtheater" entstanden und wurde durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke gefördert.

Ästhetik und Politik

Kinder- und Jugendtheater als eine durch sein besonderes Publikum bestimmte Form der darstellenden Künste wurde von den medial vermittelten Künsten seit ihrem Bestehen in verschiedener Weise einbezogen. Die Übernahme der Stücke für Kinder und Jugendliche im Hörfunk hat ein breites Spektrum von künstlerischen Formen evoziert, das vom Hörstück bis zum künstlerisch autonomen Hörspiel reicht. Während hier im extremen Fall das Theaterstück im Hörspiel aufgeht, hat dagegen die Adaption von Inszenierungen im Film und Fernsehen die Einbeziehung theatraler Aspekte in das neue Medium in auffälliger Weise betont. Einerseits nehmen die Medien das Theater also zum Anlaß, um eigenständige Kunstwerke zu schaffen andererseits lassen sie sich vom Theater anregen, zwei wesentliche Spezifika des Theaterspiels, die Schauspieler und das Publikum, in ihre eigene Kunst mit einzubeziehen. Um diese doppelte Verbindung zu den anderen medialen Künsten fortzusetzen, muß nicht nur die ästhetische Debatte andauern, sondern auch das beschriebene Programm kulturpolitisch durchgesetzt werden.

Drei Vorschläge

Um die Präsenz des Kinder- und Jugendtheaters in der Medienwelt zu stärken, sollten - so läßt es sich aus den Beiträgen ableiten - bestimmte Entwicklungen fortgeschrieben, ausgebaut oder gar initiiert werden:

-Der Anteil des Kinder- und Jugendtheaters im Film, Kino und Rundfunk wird vergrößert, der Fundus von Produktionen bzw. Filmen wird häufiger ausgestrahlt bzw. gelangt vermehrt in den Kinoverleih. Hierzu wird das Kinder- und Jugendtheater als Gegenstand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie der Filmförderung festgeschrieben.
-Der Anteil hochwertiger Theaterproduktionen im Markt für Audio- und Videokassetten für Kinder und Jugendliche wird vergrößert. Hierzu wird ein Modell zur Abgeltung der Urheberrechte (incl. der Weiterverwertung öffentlich-rechtlicher bzw. privater Rundfunkproduktionen) geschaffen.
-Der Anteil hochwertiger Theaterproduktionen für Kinder und Jugendliche im nicht-kommerziellen Markt für Werbung, Bildung und Wissenschaft wird gesteigert. Hierzu wird der Kontakt mit der Videoszene und den Anwendern elektronischer Medien gefördert. Ebenso werden Produktionskonzepte vorgelegt, die eine multifunktionale und multimediale Nutzung der Dokumente erlauben.
Kinder- und Jugendtheater wird sich aber nur dann in den Medien wiederfinden, wenn auch die Theater wie die Autoren die audiovisuelle Komponente als einen normalen Bestandteil ihrer Arbeit betrachten, der unter ästhetischen, reflexiven wie werbewirksamen Aspekten einsetzbar ist.

Anregung zur Debatte

Der Medientransfer, so hat Rudolf Herfurtner eingangs festgestellt, findet statt. Der Blick in die Geschichte wie auf die aktuelle Situation hat gezeigt, daß diese Übertragung sich auf funktional unterschiedenen Ebenen vollzieht. Ob auf eine Werbemaßnahme des Theaters, eine Dokumentation für Wissenschaft und Bildung oder die Gestaltung eines Kunstwerkes abgezielt wird, die Ermittlung des Interesses also, ist für jede weitere Erörterung 'audiovisueller Brückenschläge' zentrale Voraussetzung. Das Buch möchte hierzu anregen, indem es den gegenwärtigen Stand der Dokumentation zum Kinder- und Jugendtheater in den Medien und die Diskussion um die unterschiedlichen Ausprägungen in Film, Rundfunk und Video zugänglich macht.

Jürgen Kirschner

(Nach: Theater - mit Kamera und Mikrophon. Eine Einführung zum Kinder- und Jugendtheater in den Medien)