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Publikationen

Ruping, Bernd Schneider, Wolfgang (Hrsg.):
Theater mit Kindern.
Erfahrungen, Methoden, Konzepte von Spielleitern
Weinheim et al: Juventa 1991. 237 Seiten
ISBN 3-7799-0599-X
Vergriffen!

Im Rahmen des 1. Welt-Kindertheater-Festes in Lingen/Ems trafen sich Theaterpädagogen aus 24 Ländern zu einem Symposium, das möglichst viele Varianten der Theaterarbeit mit Kindern vorstellen sollte, um das Verbindende zu entdecken, das Ungewohnte schätzen zu lernen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Die Beiträge des Symposiums zeichnen ein vielschichtiges Bild zum Theater mit Kindern, entworfen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sie blieben nicht unwidersprochen. An den Orten der Praxis des Theaters mit Kindern erweist sich die Qualität von Theorie und Diskurs. Dementsprechend ist der Band Theater mit Kindern mehr als reines Dokument. Er folgt der Konzeption des Symposiums als Suchbewegung und dem Nachspüren nach Strukturen. Gegenreden waren möglich, weshalb auch hier Darstellung, Kommentar und Einspruch ineinandergreifend veröffentlicht sind.

Identifikation oder Distanz? In diesem Beitrag geht es mir um die Identifizierung des Kindes mit der Rolle im dramatischen Spiel. Ich hoffe, daß diese Frage auch all jene interessiert, die sich zwar nicht mit dem Theater befassen, wohl aber mit Musik oder mit der Bildenden Kunst. Und das nicht nur wegen der polarisierenden Verschiedenartigkeit der Genres, sondern auch wegen der engen Verwandschaft dieser Kunstarten.  So wie sich sämtliche, auf einer Basis ästhetischer Tätigkeiten beruhende Spiele von anderen Spielen unterscheiden, so verschieden voneinander sind auch die Aktivitäten der Kinder im dramatischen Spiel und auch in der musikalischen oder gestaltenden Kunstaktivität. Der Unterschied besteht darin, daß das Kind einem dramatischen Spiel an und für sich selbst Träger sowie Gegenstand des Spiels ist. Psychologen würden dies als ein Wechselverhältnis von Objekt und Subjekt bezeichnen. Das Kind benötigt weder Pinsel noch Farbe, es braucht weder Flöte noch Triangel. Bei deren Anwendung - zum Beispiel während einer Theatervorstellung - bedeutet das eine Qualitätssteigerung, eine mögliche, jedoch nicht notwendige. Im dramatischen Spiel wird vom Kind vermittels seiner selbst der Gedanke, das Thema und die Intention des Spiels zum Ausdruck gebracht. Mit anderen Worten - es wird zum spielerischen Werkzeug. Nur das Kind selbst. Sein Körper und sein Geist, für Gläubige auch seine Seele. In dieser Phase der Überlegungen gelangen wir in das sehr bedenkliche Terrain der Vereinfachung. Genau zwischen die Pädagogik und das Theater. Ein feines Balancieren auf dem Grat, die Beachtung der zarten Berührungslinie beider Gebiete ist eigentlich der einzige wirklich erfolgreiche Weg. Der Weg zu einem schöpferisch dramatischen Spiel. Einem Spiel, welches in seinem Prozeß das Ziel einer praktisch niemals endenden, sich vermehrenden Reihe an Improvisationserfahrungen, Erkenntnissen und Entdeckungen verfolgt, bis hin zum möglichen Erfolg einer bestimmten Arbeitsetappe - der dramatischen Vorstellung einer Theaterinszenierung.   [.......] Brigita Koppova